Schwimmende Insel im Obergraben

Für den geplanten Abbruch der Obergrabenbrücke in Wetter wurden in der Nacht zum Donnerstag Pontons angeliefert. Auf der schwimmenden Plattform soll ein Bagger stehen.
Für den geplanten Abbruch der Obergrabenbrücke in Wetter wurden in der Nacht zum Donnerstag Pontons angeliefert. Auf der schwimmenden Plattform soll ein Bagger stehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Vorarbeiten zum Brückenabriss an der Friedrichstraße in Wetter schreiten voran. Im Morgengrauen schwebten drei Pontons auf die Wasseroberfläche herab. Auf ihnen wird ein Bagger platziert.

Wetter..  Schauspiel an der Ruhr im Morgengrauen: Mit einem riesigen Autokran wurden zwischen 4 und 5.30 Uhr mehrere Pontons ans Ufer und auf den Obergraben gehievt. Drei Tieflader waren angerollt, um die schwimmenden Stahlinseln zu liefern. Erste leichte Übung für den Kranführer: das Einsetzen eines kleinen Bootes in den Obergraben. Damit wurde später die schwimmende Insel an die richtige Position geschleppt.

Während auf der maroden Brücke die Polizei den Verkehr auf der verbliebenen Spur an der Abladestelle vorbei winkte, machten sich die Arbeiter daran, zwei kleinere Pontons und eine Rieseninsel an die Haken des Autokrans zu hängen. Gebraucht werden die Flächen, um einen Bagger auf dem Wasser zu positionieren. Der sucht in den kommenden zwei Wochen den Flussgrund nach möglichen Hindernissen für den Bau ab. Und auch nach Blindgängern muss gesucht werden. „Es gibt Aufzeichnungen über eine Bombe, die nach dem Krieg dort vermutet wurde, aber nicht gefunden worden ist“, sagt Ronald Heine, Projektleiter der Firma Züblin. Allerdings schätzt der Bauexperte die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich noch etwas in der Ruhr liegt, gering ein. „Wir müssen aber sicher gehen.“

Ein so genannter GPS-Bagger liefert den Brückenbauern ein genaues Bild von dem, was unter Wasser so alles herumliegt. Mit der Baggerschaufel wird der Grund abgetastet und die Daten direkt an einen Computer geliefert. „Der erstellt ein Bild von dem, was von oben nicht zu sehen ist“, erklärt der Projektleiter. Reste der im Krieg schwer beschädigten Brücke sollen damals auf der Fluss-Sohle verteilt worden sein, auch alte Holzspundwände aus der Bauzeit Anfang der 1930er Jahre werden im Wasser vermutet. „Holz hält sich unter Wasser sehr gut. Und wir können diese Überreste nicht gebrauchen“, so Heine. Um schließlich ganz exakt zu wissen, was die Ingenieure rund um die alte Brücke unter Wasser erwartet, werden auch noch Taucher eingesetzt.

Qualitätsprüfung

Während die nächste Baustelle eingerichtet wurde, dröhnten in der Innenstadt an der Kaiserstraße wieder die Maschinen. Zahlreiche Passanten fragten besorgt, ob nun schon wieder gebaut würde. Acht kreisrunde Löcher wurden in den Asphalt in Höhe der Sparkasse und der Hopfendolde gesägt. „Es werden Proben entnommen, um den Aufbau der Asphaltdecke in seiner Qualität zu kontrollieren“, erklärt Stadtsprecher Jens Holsteg. Die acht Löcher sind anschließend mit Beton verfüllt und mit einer Spezialmischung versiegelt worden, damit kein Wasser eindringen kann.