Schwarzfahrer aus Herdecke setzt Bewährung aufs Spiel

Was wir bereits wissen
Ein 25-Jähriger aus Herdecke ist wiederholt ohne Ticket im Zug angetroffen worden - für ihn war das besonders riskant.

Herdecke..  Trotz laufender Bewährung frönte ein 25-jähriger Herdecker seiner Reiselust, fuhr mit der Bahn quer durch die Republik und investierte keinen Cent in die entsprechen Tickets. Jetzt stand er wegen seiner Schwarzfahrten vor dem Amtsgericht Wetter und beteuerte dort, endlich „häuslich“ geworden zu sein. Er erhielt die wortwörtlich allerletzte Chance.

Blinder Passagier

Acht Eintragungen befinden sich bereits im Register des Herdeckers – neben einem einschlägigen Urteil auch schwere Straftaten wie Vergewaltigung und sexueller Missbrauch. Das Damoklesschwert der Bewährung hing über ihm, und an sich hätte ihm klar sein müssen, was das bedeutet. Dennoch stellte der 25-Jährige sein Glück erneut auf die Probe. Im Frühjahr 2014 wurde er binnen kürzester Zeit in Zügen von Heppenheim nach Weinheim, von Frankfurt nach Hannover und schließlich nach Berlin bei Kontrollen als blinder Passagier enttarnt.

Vor Gericht legte er die Karten sofort auf den Tisch: „Ich habe es getan. Ich bin schwarzgefahren.“ Mal habe er einen Freund besuchen wollen, dann wiederum habe es ihn nach Berlin gezogen. Danach, so beteuerte er, sei jedoch nichts mehr vorgefallen. „Ich habe jetzt eine Fahrkarte für den hiesigen Bereich, und ich will hier bleiben. Ich will überhaupt keine Straftaten mehr begehen.“ Immerhin führe er jetzt mit seiner neuen Freundin ein gutes Leben in Herdecke.

Geldstrafe für 25-Jährigen

Das Gericht ließ Milde walten und verurteilte den 25-Jährigen zu 60 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe, die der arbeitslose Mann auch in Sozialstunden umwandeln lassen kann. Allerdings ließ Richter Heinz-Dieter Beckmann in der Urteilsbegründung keinerlei Zweifel aufkommen. Eindringlich warnte er den jungen Herdecker vor der Begehung weiterer Straftaten: „Langsam wird es eng für Sie. Wenn noch einmal etwas passiert, werde ich Ihre Bewährung leider widerrufen müssen.“