Schüler nehmen das Thema Sucht in den Blick

Das Netzwerk Suchtvorbeugung mit Andrea Latusek von der AWO hat in Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Petra Reineke die Schüler der Realschule aufgefordert, sich künstlerisch mit dem Thema Sucht zu beschäftigen.
Das Netzwerk Suchtvorbeugung mit Andrea Latusek von der AWO hat in Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Petra Reineke die Schüler der Realschule aufgefordert, sich künstlerisch mit dem Thema Sucht zu beschäftigen.
Foto: WP
Umfassen haben sich Schülerinnen und Schüler der Realschule Wetter mit dem Thema Sucht befasst. Ein Ergebnis: eine Ausstellung von vielfältigen Bildern, die in der Sparkasse zu sehen ist.

Wetter.. Großer Bahnhof für die Realschüler: Im Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse Wetter stellten einige Jugendliche ihre Ergebnisse zum Thema Sucht vor. Kunstlehrerin Petra Reineke moderierte die einzelnen Beiträge an. „Wochenlang haben wir uns damit beschäftigt. Und stellten fest, dass bei näherer Betrachtung das Thema sehr nah an uns allen dran ist“, sagte sie. Vor der Eröffnung der Ausstellung im Erdgeschoss neben der Kundenhalle hatten die jungen Referenten trotz spürbaren Lampenfiebers mit ihren Vorträgen ihre Mitschüler, Vertreter der Bank und des Fachdiensts Jugend sowie das Netzwerk Suchtvorbeugung Wetter beeindruckt.

Dieses hatte die Schüler aufgefordert, sich künstlerisch mit den verschiedenen Formen der Sucht zu beschäftigen. Andrea Latusek hatte als AWO-Suchtpräventionsmitarbeiterin bei Unterrichtsbesuchen einige Hinweise gegeben. Um sich dann über die Ergebnisse zu freuen, als sie zu den Jugendlichen der Klassen 8b, 9 MK (musisch-künstlerisch) und 10 sagte: „Ihr habt deutlich gemacht, dass wir alle und jeder etwas mit dem Thema zu tun haben. Für uns als Netzwerk Suchtvorbeugung ist das heute ein Glückstag“, sagte in der Stadtsparkasse.

Collagen und Fotografien

Dort befinden sich nun bis Ende Februar an den Wänden verschiedene Werke der Realschüler. Die näherten sich einerseits über klassische Suchtfelder dem Thema, hinterfragten aber andererseits auch, ob nicht auch Geldgier oder der Wunsch nach immer mehr Tattoos, Klamotten und Schuhen eine Formen der Sucht darstellen. Heraus kamen Collagen, Zeichnungen, Acrylbilder, Fotografien und verarbeitete Verbrauchsmaterialien, die einige Schüler vorstellten. Jana etwa thematisierte den Schönheitswahn, fotografierte aufwändig geschminkte Mitschülerinnen und bearbeitete die Bilder am PC.

Klassische Drogen

Nachdem Stefanie ihre Gedanken zur übertriebenen Körperbemalung los geworden war, verdeutlichte Nera am Beispiel eines verstorbenen Models aus Frankreich, was Magersucht für Folgen haben kann. Adriana prangerte den Markenwahn an, wodurch immer wieder Kinder und Jugendliche gemobbt würden. Und Alexander zeigte auf, dass Spielsüchtige ihren Beruf, Freundschaften und Familiäre Bindungen riskieren. Julian hatte mit seiner Schwester Fotos gemacht, um die Abhängigkeiten von Nikotin und mehr zu verdeutlichen.

Schließlich widmeten sich Samuel und Halil (Marihuana), Luca (Heroin) sowie Anina und Larissa (Crystal Meth) klassischen Drogenproblemen.

Ob Rauchen, was laut Reineke auch ein Problem an der Realschule sei, Alkohol, oder Verlockungen durch Handys, Computer und Konsole: „Manchmal konnten sich die Schüler auch an die eigene Nase fassen.

Durch das intensive Recherchieren merkten wir erst, wie intensiv das Thema in unserer unmittelbaren Umgebung auftaucht“, berichtete die Kunstlehrerin. Um anzufügen, dass die Beschäftigung auch positive Erkenntnisse gebracht habe, da die Schüler vieles hinterfragt hätten. So konnte Luca in seinem Vortrag etwa aufzeigen, dass die Sehnsucht „oft unterschätzt werde“.

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