Schüler können sich über Auszeichnungen freuen

Jochen Plaßmann und Christa Stronzik von der Dörken-Stiftung hören zu, wie Kollegleiter Christof Hoffmann die Verdienste von Philipp Loch herausstellt (von links). Das Bild im Hintergrund ist morgens bei einer gemeinsamen Aktion der Kollegschüler und der Realschüler im Wittener „Backhaus“ entstanden.
Jochen Plaßmann und Christa Stronzik von der Dörken-Stiftung hören zu, wie Kollegleiter Christof Hoffmann die Verdienste von Philipp Loch herausstellt (von links). Das Bild im Hintergrund ist morgens bei einer gemeinsamen Aktion der Kollegschüler und der Realschüler im Wittener „Backhaus“ entstanden.
Foto: WP
Die Dörken-Stiftung wertet die Hilfsbereitschaft und Beharrlichkeit von Kollegschülern aus Wetter und Realschülern aus Herdecke mit Geld und Urkunden auf.

Herdecke/Wetter..  Der Liebestraum von Franz Liszt hat es in sich. Marcel Lüling am Flügel vorne auf der Bühne im Werner-Richard-Saal bekommt das zu spüren. Der Schüler des Berufskollegs bricht ab, spielt erst einmal Mozarts furioses Alla Turca und wagt sich dann noch mal an den Liszt. Und diesmal klappt es. Sein Können, sein Mut, seine Beharrlichkeit – sie passen gut zu dieser Ehrung für sechs Schüler des Berufskollegs der ESV in Wetter und für sechs Schüler der Realschule am Bleichstein in Herdecke.

Morgens schon sind die Kollegschüler und die Realschüler zusammen losgezogen. In Witten haben sie eine Großbäckerei besichtigt, haben zusammen Teig geformt, in den Ofen geschoben und nachher das frische Brot verputzt. Zum vierten Mal hat die Werner Richard / Dr. Carl Dörken-Stiftung die beiden Ehrungen in einen gemeinsamen Veranstaltungsrahmen gepackt. Seit über 20 Jahren schon zeichnet sie Schüler des Kollegs und der Realschule aus. Sie will damit zeigen: „Wenn man etwas mehr tut als das gerade Notwendige, dann zahlt sich das aus“, so Stiftungsvorstand Jochen Plaßmann auch mit Blick auf Marcel Lüling. Er hat sich etwas zugetraut, er hat es geschafft und den Applaus dafür redlich verdient.

Humor trotz Handicap

Realschulleiter Hubertus Schmalor fühlt sich an ein Vorspiel in der Musikhochschule Köln erinnert. Dieses plötzliche Zittern in den Händen, ja, er hat es auch gespürt, erzählt er im Gespräch Marcel Lüling. Ein Beethoven-Stück war es, bei dem Schmalor vor lauter Aufregung die richtigen Tasten nicht getroffen hat. „Ich habe abgebrochen und dann woanders studiert.“ Nicht zu seinem Nachteil. Seit Jahren unterrichtet er nun schon Musik. Ums Durchhalten, um besondere Herausforderungen geht es auch in den Lobreden für die zwölf Preisträger. Da ist Nancy Müller, die im Rollstuhl in den Werner-Richard-Saal gerollt ist. Sie sieht ihr Leben absolut positiv und nimmt das Handicap mit Humor. „Schließlich habe ich immer einen Sitzplatz“, zitiert Kollegleiter Christof Hoffmann seinen Schützling. Ihr Humor macht sie stark und auch zu einem Vorbild. Bei Pia Blothe ist es der besondere Einsatz für Andere. Zwei Jahre hat die Realschülerin aktiv im Kinder- und Jugendparlament der Stadt Herdecke mitgewirkt.

Urkunde wirkt wie Empfehlung

Die Dörken-Stiftung hat es den Schulen überlassen, ihre Preisträger selbst auszuwählen. Gute Noten haben sicherlich nicht geschadet. Wichtiger aber war das soziale Engagement und auch die Bereitschaft, sich zu verändern, zu entwickeln. Die Stiftung erkennt das an mit Geld und einer Urkunde. Besonders nachhaltig wirkt dabei die Urkunde. „Immer wieder wird sie ein Teil von Bewerbungen“, weiß Jochen Plaßmann. Nicht nur die Mitschüler und die Schule und die Stiftung wissen soziales Engagement zu schätzen. Auch Arbeitgeber horchen auf, wenn junge Menschen für ihre Mitmenschen mehr tun wollen alles das Nötigste.

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