Schonender Transport aus medizinischer Sicht nötig

Herdecke..  An dieser Stelle war kürzlich die Rede von einem Bürger aus Ende, der mit dem Rettungswagen ins Gemeinschaftskrankenhaus gebracht worden war und den Transport als Tortur empfand. Der Grund: die Bodenschwellen der Straße „In der Schlage“. Bei jedem Überfahren habe er befürchtet, von der Trage zu rutschen. Zudem sei er froh gewesen, keine Knochenbrüche zu haben, weil sonst der Transport wohl noch unangenehmer für ihn verlaufen wäre.

Schläge von unten

Die Stadtverwaltung erinnerte, dass der Einbau der sogenannten Berliner Kissen zur Verkehrsberuhigung „In der Schlage“ damals Konsens bei Politik und Polizei gewesen sei. Auch das Gemeinschaftskrankenhaus sei beteiligt gewesen. Letzteres mag Jürgen Sauer kaum glauben. Der 78-Jährige, dessen Krankenhausaufenthalt bis heute andauert, bekam als Reaktion auf den Beitrag vom 19. März anonym zwei Stellungnahmen bzw. Rundschreiben vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) übermittelt, die seinen Standpunkt und seine Kritik untermauern.

Im Fokus dieser Informationen: die Sicherheit bei Notfalleinsätzen in Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigten Bereichen. Darin heißt es u.a.: „Auch Schwellen, die vor allem in Tempo-30-Zonen die Geschwindigkeit der Autos senken sollen, könnten die Rettungsdienste stark behindern. Auf Schwellen sollte deshalb verzichtet werden. Aufpflasterungen dagegen seien geeignet, solange sie beim Überfahren mit angemessener Geschwindigkeit keine Schläge verursachen.“

Ein Gebot der Gesundheit

Der schonende Transport eines Notfallpatienten sei keine Frage des Komforts, heißt es in der DVR-Empfehlung, sondern aus medizinischer Sicht wegen möglicher Verschlechterungen gefordert. Besonders empfindlich gegenüber Belastungen auf dem Transport seien Früh- und Neugeborene. Erschütterungen könnten zu Hirnblutungen führen. „Bei Wirbelsäulenverletzungen könne die Fahrt über eine Schwelle trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem tatsächlichen Querschnitt führen. Der DVR forderte deshalb, dass bei der Einrichtung von baulichen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auch Rettungsdienste und Feuerwehren frühzeitig hinzugezogen werden.