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"L'amour spectaculaire" -...

Schöngeist erlebt das pralle Leben

21.02.2010 | 17:27 Uhr
Schöngeist erlebt das pralle Leben

Einen turbulenten Abstecher ins Pariser Nachtleben mit viel Herz und Schmerz gab es am Samstag im vollbesetzten Stadtsaal:

 Das Jugend-Musicalensemble der Lichtburg feierte mit seiner neuen Produktion gelungene Premiere und beleuchtete einen Abend lang die Epoche des Cancan und der leichten Muse um die Jahrhundertwende.

„Allerdings”, so machte Geschäftsführer Christian Müller-Espey gleich zu Beginn deutlich, „hat es für die Lichtburg kurz vor der Premiere noch Post aus Paris gegeben.” Ein bekannter Nachtclub untersagte, das Musical nach dessen Namen zu benennen. Also wählten die Aktiven einen neuen Namen für ihr Spiel um Lust und Leidenschaft und führten im Stadtsaal „L'amour spectaculaire” auf.

Überzeugend

hin- und hergerissen

Der englische Schriftsteller Christian (Riccardo Sfragara, überzeugend hin- und hergerissen zwischen Liebe und Verstand) reist anno 1899 nach Paris. Er möchte das leichte Leben kennen lernen, verliebt sich dabei Hals über Kopf in die Kurtisane Satine (Caroline Marquardt), Star eines Nachtclubs, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt.

„HeartChoir”stärkte

die Darsteller

Sämtliche Darsteller entwickelten auf der Bühne ungebremste Spielfreude, überzeugten mit Songs wie „Material Girl”, „Diamonds are a girl's best friend”, „Like a virgin”, „Ain't no sunshine” oder „The Show must go on”.

Besonders gelungen war der argentinische Tango „Roxanne”, im Original von The Police. Dabei stärkten ihnen der stimmgewaltige „HeartChoir” unter Julia Barbig (auch musikalische Leitung) und eine exzellente vierköpfige Band den Rücken. Ein großes Kompliment für Tanz, Gesang und Schauspiel gebührt allen Darstellern.

Hervorzuheben sind dennoch Felix Kurten als reicher Adeliger, der sich mit Geld auch die Liebe erkaufen will, Janina Ullrich und Josie Kasten als Zidler-Schwestern, die gegensätzlichen Nachtclub-Besitzerinnen sowie Moritz Ludwig als stets gut gelaunter Erzähler Bernard und Johannes Schmidt als narkoleptischer Argentinier.

Die Mitwirkenden hatten keine Mühe, die Spannung über zweieinhalb Stunden zu halten. Bevor es ganz zum Schluss rote Rosen für die Aktiven von „L'amour spectaculaire” gab, mussten die Darsteller natürlich diverse Zugaben geben. Hier stach besonders der Song „Lady Marmalade” von LaBelle hervor.

Fazit: Auch mit neuem Namen stand die Produktion des Lichtburg-Ensembles dem Musicaloriginal in nichts nach.

Weitere Aufführungstermine von „L'amour spectaculaire” sind am 24., 26., 27. Februar sowie am 3. März jeweils um 19 Uhr im Stadtsaal.

Thilo Wagner

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