Schaukelnd und schunkelnd durchs musikalische Meer

Wetter..  Zugegeben, im ersten Moment wirken die fünf Herren in ihren schwarzen Anzügen ziemlich ernst und seriös, als sie im Dunkeln die Bühne betreten. Doch schnell wird deutlich, sie sind alles andere als ernst und streng. Denn das Quintett, das unter dem Bandnamen Butterfahrt 5 auftritt, hat sich eines ganz besonders zur Aufgabe gemacht: Das Publikum zum Lachen zu bringen. Genau das ist den fünf Herren, die mit ihrer Musikcomedy im Rahmen der 15. Kleinen Kunstreihe im Stadtsaal anlegten, gelungen.

Verrückte Mischung

Schon nach den ersten gespielten Sekunden wird klar, dass der Auftritt der Gruppe alles andere als gewöhnlich sein wird. „Smoke on the Water“ – auf der Blockflöte gespielt. Das verrät, dass der Abend eine verrückte Mischung werden wird. Eine Mischung, die vor allem von der Verwandlungskunst der Musiker lebt. Auf der Bühne stehen sie plötzlich als spanische Latinos da, die mit viel Charme versuchen, vor allem die Damen in ihren Bann zu ziehen, während sie sich für ihre nächste Showeinlage in texanische Cowboys verwandeln.

Was den fünf Bandkollegen dabei besonders wichtig ist, ist der Kontakt zum Publikum. So gibt es zu Anfang ein paar lockere Gesangsübungen, die man „mit einem angespannten Publikum so machen kann“. Und das Publikum arbeitet auch brav mit, singt „Ohhhh“ und „Ahhh“. Auch für die eine oder andere Showeinlage müssen die Gäste aktiv werden und sogar mit auf die Bühne. Bei der Balkan-Polka tanzen drei mehr oder weniger schnurrbärtige Herren fleißig mit. Ganz nach dem Motto des Abends: Wir sind ja eine Familie. Auf der Butterfahrt haben alle ihren Spaß – im Saal und auf der Bühne.

Tuba, Pauke und Bein

Die Musiker beherrschen den Wechsel von Heavy Metal zu lateinamerikanischen Klängen, von ruhigen Tönen zu lautem Gepolter ohne Mühe. So gibt es Helene Fischers „Atemlos“ in einer Karnevalsversion oder Kraftwerks „Das Model“ als neu komponiertes Abschiedslied.

Die musikalische Bandbreite unterstreichen die Butterfahrer durch ihre Vielfältigkeit bei der Instrumentenwahl. Nicht nur klassische Instrumente sind zu hören – von der Tuba bis zur Pauke, sondern auch die unterschiedlichsten Gegenstände werden zum Tongeber. Glocken, Löffel oder auch mal die eigenen Beine. Jedes Lied wird von den fünf Herren ganz neu interpretiert und auf eine überraschende Art und Weise gespielt. Wie bei der Butterfahrt übers Meer geht es hoch auf die Welle und wieder hinunter ins Tal. Schaukelnd und schunkelnd.

Eines wird nach zwei Stunden und zwei Zugaben klar: Man kann niemanden nach dem ersten Eindruck beurteilen. Denn obwohl die Künstler im ersten Moment gewollt etwas spießig wirken, überraschen sie die Gäste mit immer wieder neuen Seiten und Saiten.