Rüde Beschimpfung nach Zusammenstoß

Herdecke/Wetter..  Beim Abbiegen soll ein 65-jähriger Autofahrer aus Herdecke einen anderen Wagen touchiert und beschädigt haben. Anschließend soll er den Gegner rüde beschimpft und dann einfach davongefahren sein.

Jetzt begann sein Prozess wegen Unfallflucht und Beleidigung vor dem Amtsgericht Wetter. Dort schilderte der Rentner seine Sicht der Dinge.

Außenspiegel abgefahren

Beim Abbiegen auf der Kreuzung Weg zum Poethen – Auf der Heide passierte dem 65-Jährigen am Mittag des 10. Juli offenbar ein Missgeschick. Er fuhr den Spiegel des entgegenkommenden Autos förmlich ab. Beide Fahrer stiegen aus.

Laut Anklage sammelte der Rentner Einzelteile des kaputten Spiegels auf, bezeichnete den anderen Fahrer als Arschloch, stieg in seinen Wagen und fuhr weiter. Der verblüffte Gegner erholte sich irgendwann von seiner Überraschung, entfernte sich ebenfalls vom Ort des Geschehens, sah den Wagen des Angeklagten jedoch wenige Minuten später zufällig in der Nähe einer Gaststätte stehen und informierte die Polizei, da er nun auch das komplette Kennzeichen benennen konnte.

Jetzt saß der 65-Jährige, der sich zuvor nie etwas zu Schulden kommen ließ, fassungslos auf der Anklagebank. Das Ganze habe sich hochgeschaukelt, er sei sicherlich sehr aufgeregt gewesen.

Keine Daten übermittelt

Eine konkrete Erinnerung an seine Worte habe er nicht, aber das Wort Arschloch könne durchaus gefallen sein.

Zumal ihn der Andere sofort angefaucht habe: „Was ist nicht ganz richtig bei Dir?“ Der sei dann auch zu seinem Wagen gegangen, und in dem Moment habe er gedacht, die Sache sei erledigt. Er habe sich gar keine Gedanken darüber gemacht, dass er dem Gegner seine Daten hätte geben müssen.

Der wiederum stellte gar nicht in Abrede, den Rentner gefragt zu haben, was nicht mit ihm stimme. Das habe er nicht zuletzt deshalb getan, weil der 65-Jährige mit so viel Tempo abgebogen sei.

Verfahren ausgesetzt

Zudem habe er das nicht als Beleidigung empfunden. Als der Herdecker dann eingestiegen sei und sich vom Unfallort entfernt habe, sei er völlig perplex gewesen. Eine Zeugin, die erst später dazukam und den Angeklagten nur noch wegfahren sah, erinnerte sich, dass der Geschädigte aufgewühlt, aber nicht aggressiv gewesen sei.

Das Gericht sah weiteren Aufklärungsbedarf. Das Verfahren wurde ausgesetzt und wird im Herbst komplett neu aufgerollt. Dann steht auch ein weiterer Zeuge zur Verfügung, der sich derzeit im Ausland aufhält.