Ruderclub plant neue Wohnungen über sanierter Bootshalle

Über der Bootshalle (rechts) will der Ruderclub auch künftig Wohnraum anbieten. Im Zuge der Sanierungen sollen dort zwei neue Einheiten entstehen.
Über der Bootshalle (rechts) will der Ruderclub auch künftig Wohnraum anbieten. Im Zuge der Sanierungen sollen dort zwei neue Einheiten entstehen.
Foto: Steffen Gerber
Was wir bereits wissen
Der Ruderclub Westfalen Herdecke plant mit Architekt Schüren zwei neue Wohnungen über der Bootshalle auf dem Vereinsgelände. Dafür gab es Lob.

Herdecke..  Zwei neue Wohnungen in direkter Ruhrnähe, zudem noch öffentlich gefördert: Das klingt erst einmal verlockend. Auch der Bauherr, der traditionsreiche Ruderclub Westfalen Herdecke, genießt in der Stadt einen guten Ruf. Gleiches gilt für den heimischen Architekten Andreas Schüren, der nun die Umbaupläne auf dem Vereinsgelände des Ruderclubs öffentlich vorstellte.

Dabei erinnerte Schüren daran, wie die Möhne-Katastrophe 1943 auch das Clubhaus in die Fluten der Ruhr riss. Nach dem Wiederaufbau in den 1950-er Jahren (übrigens trotz der Optik kein Fachwerk) gab es dann auch eine Wohnung über der Bootshalle. Deren Zustand sei nun aber ebenso bedenkenswert wie die direkt darüber liegenden Räumlichkeiten für Privatpersonen, dabei ging es laut Schüren unter anderem um den Brandschutz und die Beschaffenheit der Decke.

Also habe sich der Verein entschlossen, im Zuge der Bootshallen-Sanierung auch die darüber liegende Wohnfläche zu erneuern. Die bewährte Kombination aus Clubleben und Privatnutzung betone die soziale Komponente, „außerdem haben die Anwohner dann ein wachsames Auge auf das Gelände“, erklärte Schüren, der auch einen Blick auf die technische Anbindung des Saals im Flachbau daneben geworfen hat.

Dem Architekten zufolge bleibe der Grundriss der Bootshalle bestehen, darüber kommt eine Stahlbetondecke für zwei Wohnungen in der Größe von 59 und 65 Quadratmetern. „Der neue Bau wird nicht höher als das jetzige Gebäude, die Bauweise ist mit jener des Ruhrschlösschens vergleichbar“, so Schüren. Die Option, das Obergeschoss abzunehmen und stattdessen eine schützende Decke anzubringen, sei verworfen worden.

Nachfragen, warum es denn zwei kleinere statt einer größeren Wohnung geben soll, beantwortete Michael Stock aus dem Vereinsvorstand: „Wir haben über die Größe und weitere Varianten diskutiert. Eine 130 Quadratmeter große Wohnung wäre nur über ein frei finanziertes Konzept umsetzbar, trotz der Mieteinnahmen für uns aber nicht darstellbar.“ Zwei Einheiten ließen sich besser vermitteln. Zudem gelte es, den Boots- und Trainingsbetrieb auf dem Gelände zu berücksichtigen. Hinzu kommen Veranstaltungen im mietbaren Saal des Ruderclubs. Darüber befinde sich eine geteerte Fläche auf dem Flachdach – auch kein besonders schöner Anblick aus den neuen Wohnungen. „Mit Blick auf vereinzelte Lärmbelästigungen und die vielen Aktivitäten dort ist es aus meiner Sicht keine 1a-Wohnungslage“, so Stock.

Lob für Projekt aus der Politik

Von den Parteien gab es nach der Vorstellung des Projekts allenthalben Lob. Geförderter Wohnungsbau von Privatanbietern wie einem Ruderclub sei sehr zu begrüßen, auch die architektonischen Pläne fanden Zustimmung.