Rot-Grün will Olaf Schade (SPD) als Landrat für EN-Kreis

SPD und Grüne im Ennepe-Ruhr-Kreis bestimmten im Haus Witten in Witten den Landrats-Kandidaten Olaf Schade (Mitte) als Nachfolger von Dr. Arnim Brux (links, rechts Hubertus Kramer) für die Wahl im September.
SPD und Grüne im Ennepe-Ruhr-Kreis bestimmten im Haus Witten in Witten den Landrats-Kandidaten Olaf Schade (Mitte) als Nachfolger von Dr. Arnim Brux (links, rechts Hubertus Kramer) für die Wahl im September.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
SPD und Grüne sprachen sich einmütig für den Hattinger Kreistags-Fraktionsvorsitzenden Olaf Schade (SPD) als Nachfolger von Landrat Arnim Brux aus.

Ennepe-Ruhr..  97,8 Prozent der SPD-Stimmen und 90 Prozent von den Grünen: Das Ergebnis, mit dem der Hattinger Olaf Schade (46), amtierender SPD-Fraktionschef im Kreistag in Schwelm, am Samstag im Haus Witten zum gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Landrates gewählt wurde, hätte kaum eindeutiger ausfallen können. „Ich freue mich über so viel Unterstützung“, betonte ein sichtlich erleichterter Schade nach der Wahl.

Dass es auf einen gemeinsamen Kandidaten von Rot-Grün hinauslaufen würde, zeichnete sich schon ab, als der amtierende Landrat Dr. Armin Brux (SPD) erklärte, bei der Wahl am 13. September 2015 nicht noch einmal anzutreten.

Gute Zusammenarbeit

„Wir arbeiten auf Kreisebene sehr vertrauensvoll mit den Grünen zusammen“, erklärte Hubertus Kramer, Vorsitzender des SPD-Unterbezirkes EN. Das bestätigte Verena Schäffer, Sprecherin der Grünen im EN-Kreis. „Grüne und SPD haben im Kreis in den vergangenen Jahren wichtige Projekte auf den Weg gebracht. Ein Beispiel ist die kreisweite Verbraucherzentrale am Wittener Hauptbahnhof.“ In Zukunft plant das rot-grüne Bündnis ein kreisweites Klimaschutzkonzept, einen Solidarpakt EN und die Wiederbelebung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus.

Dass es am Samstag dann doch so einmütig auf den Hattinger Schade hinauslaufen würde, kam unerwartet. Frank Schweppe (SPD), Erster Beigeordneter in Witten, der gegen Olaf Schade antreten wollte, hatte seine Kandidatur erst am Donnerstag überraschend zurückgezogen. „So war es für mich natürlich etwas entspannter“, so Schade nach seiner Wahl.

Olaf Schade ist kein Neuling im Kreistag. Der 46-jährige Jurist gehört bereits seit 1994 der SPD-Kreistagsfraktion an, seit 2010 ist er auch ihr Vorsitzender. Zudem kennt er das politische Geschäft aus Düsseldorf. Seit 1997 arbeitete Schade für die SPD-Abgeordneten Svenja Schulze (MdL) und Adi Ostertag (MdB). 2000 wechselte er in die Landesverwaltung, war Referent des Landesdatenschutzbeauftragten. Von 2003 bis 2010 arbeitete er wieder für die SPD-Landtagsfraktion. Seit zwei Jahren leitet er das Präsidialbüro im Landtag.

Von Düsseldorf also jetzt nach Schwelm? „Ich bin Bahnfahrer und überzeugter Ruhrgebietler. Eines meiner Ziele für den Kreis ist eine gute Vernetzung des ÖPNV“, sagt der verheiratete Vater eines Sohnes. Zudem setze er auf Kooperation mit den Rathausspitzen „auch und gerade parteiübergreifend. Eine der Stärken des Kreises ist seine Vielfalt. Aus unserer finanziellen Misere kommen wir nur gemeinsam heraus.“

CDU benennt Kandidaten im März

Noch keine Namen für einen möglichen Landratskandidaten lässt sich die Kreis-CDU auf Nachfrage entlocken. „Dass SPD und Grüne sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen würden, war zu erwarten“, sagt Ulrich Oberste-Padberg, Chef der CDU Witten, zur Wahl von Olaf Schade (SPD). „Aber unser Zeitplan ist anders.“ Dass die Konservativen einen Kandidaten aufstellen würden, stehe fest. „Wer das genau sein wird, darüber entscheiden unsere Gremien im März“, so Oberste-Padtberg.