Restfraktion der Grünen sieht nach Austritten Mandats-Klau

Bei den Grünen in Herdecke hat sich zuletzt ganz schön viel gedreht.
Bei den Grünen in Herdecke hat sich zuletzt ganz schön viel gedreht.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das Ratsmandat von Iris Stalzer, Jens Plümpe und Birgit Berg sei nicht deren persönlicher Besitz, kritisiert die Restfraktion der Grünen die Austritte.

Herdecke..  Mit Enttäuschung und Bedauern, aber auch großer Verbitterung hat die Ratsfraktion der Grünen auf den Parteiaustritt der Ratsmitglieder Iris Stalzer, Jens Plümpe und Birgit Berg reagiert.

„Mit diesem Schritt haben die Drei die letzte Verbindung zur Grünen-Partei gekappt, alle Vermittlunsgbemühungen des Orts- und Kreisvorstandes zunichte gemacht und alle Angebote zur Kooperation – zuletzt im gemeinsamen Gespräch mit dem Kreisvorstand der Grünen – abgelehnt.“ Für die vielen Menschen aus der Fraktion und der Partei, die in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Kompromissvorschläge erarbeitet hätten, sei das ein herber Schlag. Offensichtlich hätten die Interessen der grünen Partei für die drei Ratsmitglieder keine Rolle mehr gespielt.

Der Kreisvorstand habe keine andere Wahl gehabt, als ein Landesschiedsgerichtsverfahren anzukündigen, um darüber womöglich doch noch eine Einigung zu erzielen. Der Parteiaustritt vor der Einleitung eines solchen Verfahrens zeige eindeutig, dass den drei Ratsmitgliedern sehr wohl bewusst war, dass ein Parteiausschluss nach der Gründung einer eigenen Fraktion wegen nachgewiesenem parteischädigenden Verhalten unumgänglich und unvermeidbar war. „Mit ihrem Austritt sind sie daher ihrem möglichen Parteiausschluss zuvorgekommen“, erklärten Andreas Disselnkötter und Peter Gerigk gemeinsam.

Sie fordern die drei Ratsmitglieder auf, ihr Ratsmandat nun zurückzugeben und ein Nachrücken grüner Parteimitglieder in den Herdecker Rat von der gewählten Reserveliste der Grünen zu ermöglichen. „Denn das Ratsmandat von Iris Stalzer, Jens Plümpe und Birgit Berg ist nicht deren persönlicher Besitz. Sie wurden über die Reserveliste de Herdecker Grünen gewählt“, so Gerigk und Disselnkötter weiter. Wenn sie jetzt im Rat blieben, wäre das eine Missachtung des Wählerwillens. Diese hätten für ihre Stimmen Grüne im Rat haben wollen „und nicht Parteilose mit einem obskuren Phantasienamen, die aus rein persönlichen und offenbar egoistischen Gründen die Grüne Fraktion und Partei verlassen haben.“ Nach Meinung der Ratsfraktion der Grünen betreiben die Drei hier eindeutigen „Mandats-Klau und Wählerbetrug“.

„Furchtbar traurig und frustrierend“

„Das Ganze ist furchtbar traurig und frustrierend. Wir Grüne haben in Herdecke viel Positives erreicht. Jetzt wird unser gutes Wahlergebnis zunichte gemacht“, so Fraktionsvorsitzender Andreas Disselnkötter: „Auch wenn es mit zwei Ratsmitgliedern erheblich schwerer geworden ist, grüne Politik im Rat umzusetzen, werden wir deutlich machen, dass wir es auch mit einer kleinen Fraktion schaffen, grüne Akzente zu setzen.“