Rauch im Koepchenwerk Herdecke ruft Wehr auf den Plan

Im zehnten Untergeschoss des Koepchenwerks hatte der Brandmelder Alarm geschlagen. Die Feuerwehren Herdecke und Wetter rückten aus. Unter Atemschutz suchten sie nach der Ursache für die Rauchentwicklung.
Im zehnten Untergeschoss des Koepchenwerks hatte der Brandmelder Alarm geschlagen. Die Feuerwehren Herdecke und Wetter rückten aus. Unter Atemschutz suchten sie nach der Ursache für die Rauchentwicklung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sirenen heulten um Mitternacht durch Herdecke und Wetter. In der großen Maschinenhalle des Koepchenwerks waren Kompressoren heiß gelaufen.

Herdecke..  Stadtweiter Sirenenalarm um Mitternacht in Herdecke und auch in Wetter: Um 23.56 Uhr erfuhr die Freiwillige Feuerwehr am Sonntag von einem Brandmeldealarm im zehnten Untergeschoss des Koepchenwerks am Hengsteysee. Vor Ort bestätigte sich der Verdacht, in der großen Maschinenhalle stieg Rauch auf. Es gab keine Verletzten.

Unter Atemschutz gingen die Einsatzkräfte viele Meter in die Tiefe, wo sie dann auch die Ursache für die Rauchentwicklung ausmachten. Zwei Kompressoren zur Kühlung der Turbine waren heiß gelaufen und fingen an zu schmoren. „Keilriemen und Öle hatten sich überhitzt“, sagte Herdeckes Feuerwehrchef Hans-Jörg Möller. Zwei der vier Kompressoren, einer so groß wie ein Pkw, drücken Luft in den Kugelschieber, über den wird die Wasserzufuhr in fast 45 Metern Tiefe geregelt.

Langzeitbeatmungs-Geräte parat

Die Herdecker Feuerwehr hatte sicherheitshalber auch einen Löschzug aus Wetter hinzugerufen, zudem forderte sie vom Ennepe-Ruhr-Kreis einen Container mit Langzeitbeatmungs-Geräten an. „Unsere Atemschutzgeräte bieten Luft für eine halbe Stunde. Da wir Anlauf für einen Einsatz in der Tiefe nehmen mussten, haben wir ein Depot im fünften Untergeschoss angelegt und hätten zur Not auf die Geräte des Kreises mit längerer Luftbeatmung zurückgreifen können“, erläutert Möller. Letztlich reichte den Herdeckern aber ihr Atemschutz.

Die Einsatzkräfte unterbrachen zunächst die Stromverbindung und gelangten durch das Treppenhaus zum Schadensort. Nach dem Ausschalten der Kompressoren erlosch der Brand eigenständig. Die Feuerwehr entrauchte den Bereich mit einem Hochleistungslüfter. Zwecks Löschwasserversorgung wurde eine Saugleitung in den See gelegt.

Eineinhalb Stunden dauerte der nächtliche Einsatz, der Möller an frühere Alarmierungen am Koepchenwerk erinnerte. Vor Ort waren insgesamt 50 Feuerwehrleute in zehn Fahrzeugen bzw. zwei Herdecker Löschzüge und einer aus Wetter, der bei weiteren Schadensmeldungen aktiv geworden wäre.

Der Betrieb im Koepchenwerk konnte trotz des Vorfalls laut Herdeckes Feuerwehrchef normal weiter laufen, da nur ein Kompressor betroffen war und somit lediglich ein Reservegerät weniger zur Verfügung stand. Ein Betriebselektriker und ein hinzugerufener RWE-Verantwortlicher schauten sich in der Nacht die defekte Maschine an. „Vermutlich war ein elektronisches Problem die Ursache. RWE muss diesen Kompressor wohl austauschen, der Schaden dürfte sich aber in Grenzen halten“, so Möller abschließend.