Rätselhaft

4658 Tonnen Strauchbeeren haben die Obstbauern letztes Jahr in Nordrhein-Westfalen geerntet. Das sind 6,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Statistiker des Landesamtes Information und Technik ermittelten. Auf mehr als einem Viertel der gesamten Anbau-Freilandfläche (600 Hektar) wuchsen rote und weiße Johannisbeeren, gefolgt von Heidelbeeren (154 ha) und schwarzen Johannisbeeren (122 ha), teilen die Experten mit.

Das allerdings erstaunt die selbsternannte Marmeladenfachfrau, deren Vorliebe neben der Holunderbeere auch der schwarzen Johannisbeere gilt. Doch während Holunder ja bekanntlich überall in der freien Natur wächst, sind schwarze Johannisbeeren eine echte Rarität. Sogar viele Hobbygärtner haben ihre Beerensträucher längst entfernt. Und auf Märkten und in Geschäften sind die geschmacksintensiven schwarzen Beeren nur selten und zu horrenden Preisen zu bekommen.

Was also geschieht mit den ganzen schwarzen Johannisbeeren, die in NRW angebaut werden? Bestimmt verschwinden sie in Destillerien, um anschließend in flüssiger statt in streichfähiger Form auf unseren Tischen zu landen. Schnaps statt Marmelade – ob das das Schicksal der schwarzen Johannisbeere ist? Darauf haben die Statistiker jedenfalls keine Antwort.