Quartier an der Ruhr an Fernwärmenetz angebunden

Fernwärme für das neue Wohnquartier an der Ruhr. Von links Mark-E Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe, Ronald Ludwig, Leiter Kommunikationsmanagement Enervie, Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster und Beigeordneter Frank Zagler. Im Hintergrund der Enerviestandort mit den Blockheizkraftwerken.
Fernwärme für das neue Wohnquartier an der Ruhr. Von links Mark-E Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe, Ronald Ludwig, Leiter Kommunikationsmanagement Enervie, Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster und Beigeordneter Frank Zagler. Im Hintergrund der Enerviestandort mit den Blockheizkraftwerken.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Cuno-Kraftwerk ist vom neuen Wohnquartier an der Ruhr zu sehen, da liegt es nahe, dass von dort die Häuser künftig mit Fernwärme versorgt werden. Gut 200 Verträge hat Mark-E schon abgeschlossen.

Herdecke..  Es ist eine alte Idee und doch ein innovatives Konzept: Fernwärme. „Schon die Römer haben Fernwärme genutzt“, sagt Wolfgang Struwe, Mark-E Vertriebsvorstand. „Und mit unseren aktuellen technischen Möglichkeiten ist Fernwärme eine umweltfreundliche Alternative zu allen anderen Heizsystemen.“ So klingt einer, der die Wärme verkauft. Doch auch Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster ist begeistert, dass die Neubauten, die demnächst an der Ruhr entstehen, beinahe alle mit Fernwärme versorgt werden. „Noch schöner wäre es natürlich, wenn diese Wärme durch ein aktives Kraftwerk gespeist würde“, sagt die Bürgermeisterin mit Blick auf die aktuelle Diskussion über den Bestand des Kraftwerks im Rahmen der Energiewende.

Stattdessen sind inzwischen drei Blockheizkraftwerke auf dem Gelände des Cuno-Kraftwerks in Betrieb, um die zurzeit 1400 Kunden in Herdecke mit Fernwärme zu versorgen. Im Jahr 2016, wenn die ersten Wohnungen im neuen Wohnquartier bezogen werden sollen, kommen dann noch einmal mindestens 200 neue Nutzer hinzu. So viele Unterschriften unter Verträgen hat Mark-E bereits erhalten.

Nicht nur heizen können die Fernwärme-Nutzer mit dem heißen Wasser aus den Blockheizkraftwerken, auch warmes Wasser soll so produziert werden. „Es macht keinen Sinn, für die Versorgung mit Warmwasser auf ineffiziente Durchlauferhitzer zu setzen“, so Struwe.

Für die Einfamilienhäuser gebe es Kompaktstationen, in denen über Wärmetausch das Brauchwasser erhitzt werde. Für Mehrfamilienhäuser werden entsprechend größere Einheiten angeboten. Im Neubaugebiet werden aber nicht nur Fernwärmeleitungen verbuddelt. Mark-E investiert hier auch gut 500 000 Euro, um die künftigen Straßenzüge mit Stromkabeln zu erschließen. Bei der Entwicklung des Baugebietes an der Ruhr hatten Verwaltung und Politik die Versorgung mit Fernwärme als „wünschenswert“ definiert, ein Anschlusszwang existiert nicht.

Dennoch haben sich 80 Prozent der künftigen Eigentümer für diese Form der Wärmelieferung entschieden. „Wir hätten das auch gerne für die Bebauung am Bahnhof ermöglicht“, sagt Beigeordneter Frank Zagler. Die Verlegung der isolierten Leitungen sei dort aber technisch nicht zu realisieren gewesen. „Wir hätten unter anderem Gleise überbrücken müssen“, erläutert Projektleiter Stefan Grüber von Mark-E. Hier schaltet sich Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe wieder ein: „Wenn aber ein Herdecker gerne Fernwärme beziehen will, soll er sich bei uns melden“, setzt er auf weitere Kunden. Vielleicht sogar in der Nachbarstadt Wetter. „Da müsste man mit der Verwaltung ins Gespräch kommen.“ Und was den Betrieb des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks betrifft, ist der Mark-E-Chef ebenfalls zuversichtlich. Verkauft und abgebaut werde es in keinem Fall. Und vielleicht sei ein solcher Standort in fünf Jahren auch wieder sehr gefragt.