Pünktlich um 12 Uhr rollt ein Mitarbeiter den roten Teppich aus

Wetter..  „Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Frühgeburt.“ Mit diesen Worten empfängt Filialleiterin Jutta Floehr am Sonntag die ersten Kunden. Zurück bekommt sie ein „Herzlich Willkommen in Wetter“. Sabine Kupfer, die selbst einen Friseursalon in der Stadt betreibt, freut sich über die verfrühte Neueröffnung. Sie kenne „Cruse“ bereits aus Winterberg und dort habe ihr das Geschäft gut gefallen.

Umsatz fordert zweite Kasse

Ursprünglich war die Eröffnung für kommenden Donnerstag geplant. Doch dann musste alles ganz schnell gehen. Spontan wurde der verkaufsoffene Sonntag als großer Startschuss für gut befunden. Eine besonders clevere Entscheidung, denn gepaart mit dem schönen Frühlingswetter läuft die Innenstadt regelrecht über. Und im Laufe des Tages muss sogar noch eine zweite Kasse aus der Firmenzentrale in Arnsberg her, um den Umsatz sicher zu verstauen. Dabei ist das Einkaufen für viele eher zweitrangig. Die ersten Kunden sind weniger auf die neue Sommerkollektion gespannt, viel mehr wollen sie wissen, was aus dem ehemaligen Kaufhaus Gassmann geworden ist.

Erinnerungen kommen hoch

Margot Detering hat 23 Jahre hier gearbeitet, damals stand noch der Name Kemmler über dem Haupteingang. „Das war ein tolles Arbeiten hier“, sagt sie und habe deswegen auch ihrer Schwiegertochter nahegelegt sich zu bewerben: „Als das in der Zeitung stand, dass hier ein neues Modehaus aufmacht, hab ich sie sofort angerufen.“ Zwischen den Kleiderständern sprudeln dann die Erinnerungen aus ihr heraus: Wie in den 1970er Jahren die ersten Rolltreppen eingebaut wurden, wie gut man im Frühstücksraum die Fußgänger auf der Straße beobachten konnte, wie sie und ihre Kollegen manchmal nach der Arbeit gefeiert haben. Jetzt gefällt ihr vor allem, dass alles so hell und frisch aussieht. Ihre Begeisterung ist auch ein erstes Barometer für die Filialleiterin: „Es ist super, dass unser Geschäft so gut angenommen wird. Wir haben so hart gearbeitet.“ Nun muss sie abwarten, ob ihr Baby in den nächsten Wochen heranwachsen wird. Eine Fehlgeburt war es jedenfalls nicht.