Das aktuelle Wetter Wetter 14°C
Am Markttag

Protest gegen rechten Info-Stand

26.08.2010 | 16:49 Uhr
Protest gegen rechten Info-Stand
Unter den strengen Augen der Polizei: Die NPD-Jugend mit ihrem Infostand an der Stiftskirche, unten im Bachviertel gab's die Gegendemo.

Herdecke.Bei den meisten Marktbesuchern löste die Aktion nur Unverständnis und Kopfschütteln aus: Rund 20 Angehörige der „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund nutzten den Herdecker Wochenmarkt für eine Versammlung. Die Gruppe traf sich am Vormittag oberhalb der großen Treppe, die von der Stiftskirche hinunter in die Fußgängerzone führt.

Die VVN-BdA Ennepe-Ruhr, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Bund der Antifaschisten, traf sich zu einer Gegenveranstaltung. Rund 15 Angehörige versammelten sich zunächst am Bachplatz, zogen dann in Richtung Fußgängerzone. Das Polizeiaufgebot in der Herdecker Innenstadt war groß: Rund 55 Beamte aus dem gesamten EN-Kreis beobachteten die Szenerie, brauchten jedoch nicht einzugreifen.

Der Nationalististen verteilten zunächst Zettel, die auf auf eine Veranstaltung in Dortmund hinwiesen. Wenig später griff ein Teilnehmer zum Megaphon, um zu den Marktbesuchern zu sprechen. Die Reaktion kam prompt: „Nazis raus!“, ertönte es immer wieder aus Richtung Stelenbrunnen. Sämtliche Reden der Neonazis wurden von kräftigen Vuvuzela- und Trillerpfeifenklängen übertönt.

Bereits vor Wochen war der Antrag auf eine „Sondernutzung“ der Herdecker Fußgängerzone von der NPD-Jugend gestellt worden, dieser Antrag wurde jedoch wieder zurückgezogen. Erst am Mittwoch erfuhr die Stadt Herdecke dann durch die Kreispolizeibehörde von einer geplanten Versammlung in der Innenstadt. „Sämtliche Fraktionen wurden von uns umgehend benachrichtigt“, so Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster. „Mit Bauchschmerzen“ war sie am Donnerstag neben weiteren Vertretern der Verwaltung in der Fußgängerzone unterwegs, um das gesamte Geschehen im Blickwinkel zu behalten - und den teilweise aufgebrachten Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Auch Vertreter der einzelnen Fraktionen waren in die Innenstadt gekommen.

„Störung auf Markt“

„Das ist eine Störung, die wir auf dem Wochenmarkt nicht gerne haben“, meinte Besucherin Helene Markowicz (76) am Rande des Marktes. Sie schenkte der Menge am Fuße der Stiftskirche wenig Beachtung. Viele Passanten empfanden ähnlich. Sie nahmen die angebotenen Zettel erst gar nicht an oder ließen sie gleich in den nächsten Papierkorb wandern. Am späten Mittag, als der Betrieb auf dem Wochenenmarkt nachließ, löste sich die Versammlung auf. Die Polizei blieb bei der gesamten Aktion im Hintergrund.

Thilo Wagner

Facebook
 
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3610056/create

Aktuelle Fotos und Videos
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Herdecke von oben
Bildgalerie
Aus der Luft gegriffen
Kräuterwanderung
Bildgalerie
Fotostrecke
Sportlicher EN-Kreis
Bildgalerie
EN-Sportler des Jahres
Aus dem Ressort
Treffpunkt für den ganzen Stadtteil
In Ende
Tische und Stühle stehen schon. Die PCs fürs Internet-Café müssen noch angeschlossen werden. In der Küche riecht’s nach frischer Farbe: Ab Sonntag hat die städtische Seniorenarbeit in Ende wieder einen festen Ort.
Ehrentitel für engagierte Organistin
Wetter
In einem festlichen Gottesdienst am Pfingstsonntag in der Dorfkirche haben Superintendent Bernd Becker und Kreiskirchenmusikdirektor Manfred Kamp den Ehrentitel der Kantorin an Ulrike Basteck verliehen. Damit wird das außergewöhnliche Engagement und Verdienst Ulrike Bastecks für die Kirchenmusik...