Prominente Unterstützung vom BVB für den Bürgerbus

Eberhard Dickow, Vorsitzender vom Bürgerbus-Verein, zeigt Reinhard Rauball das Gefährt.
Eberhard Dickow, Vorsitzender vom Bürgerbus-Verein, zeigt Reinhard Rauball das Gefährt.
Foto: Hanna Voß
Was wir bereits wissen
Präsident Reinhard Rauball findet das Herdecker Projekt „eine tolle Sache“ und posiert im Bürgerbus. Über Jürgen Klopp wird dann auch noch kurz gesprochen.

Herdecke..  Ein bisschen Aufregung ist schon spürbar, wenn die vielleicht bekannteste Persönlichkeit der Stadt zum Termin zugesagt hat. Als der glänzend schwarze Mercedes mit dem etwas machohaften Kennzeichen ‘S IR 1909’ dann um die Ecke biegt, freut sich Eberhard Dickow, Vorsitzender vom Herdecker Bürgerbus-Verein, sichtlich: „Da ist er ja“. Dr. Reinhard Rauball, Präsident von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußballliga, steigt aus, überquert federnden Schrittes und mit beigefarbenem Jackett die Straße, strahlt mit der Sonne um die Wette.

„Klopp fährt einfach Bürgerbus“

Als Dickow Rauball vor einigen Monaten angeschrieben und gefragt hat, ob der sich das vorstellen könne,für ein Foto mit dem Bürgerbus zu posieren, sei das für den BVB-Präsidenten keine Frage gewesen: „Mir war von Anfang an völlig klar, dass ich das machen möchte.“ Der Bürgerbus, das sei doch „eine tolle Sache“. Auch seine Ehefrau, die den Bürgerbus anders als er selbst schon vor Dickows Anfrage gekannt habe, habe ihn darin unterstützt: „Sie hat mir gesagt, ich solle mich nicht immer nur um hoch bezahlte Fußballspieler kümmern, sondern auch um die, die ehrenamtlich arbeiten.“

Interessiert sieht sich Rauball im Bürgerbus um, fragt, wie viele Personen mitfahren können, dann fällt ihm noch etwas ein: „Ach, meiner Frau soll ich übrigens unbedingt einen Fahrplan mitbringen.“ Flugs drückt Dickow ihm einen in die Hand, dann fährt er mit seinem Ehrengast die paar Meter bis zur nächsten Haltestelle.

„Ich zolle Ihnen Respekt und Anerkennung für das, was Sie hier leisten“, sagt Rauball und meint neben Dickow auch Kassenwart Justus Zabel, Fahrdienstleiter Christian Thoms und den stellvertretende Vorsitzenden, Karl-Friedrich Müller. Dickow möchte das BVB-Oberhaupt dann noch unbedingt für eine Stadtrundfahrt mit dem Bürgerbus begeistern. „Glauben Sie denn wirklich, dass Sie mir noch etwas Neues in Herdecke zeigen können?“, schmunzelt Rauball, Dickow und seine Kollegen lachen.

Ohnehin ist der Umgang mit dem seit 1977 in Herdecke lebenden Rauball unkompliziert, der 68-Jährige gibt sich locker und humorvoll.

Dickow möchte auch noch die Gunst der Stunde nutzen, einem BVB-Verantwortlichen Informationen zu entlocken: „Ich habe gehört, dass Klopp in Herdecke wohnen bleibt, auch wenn er bei Dortmund aufhört.“ Also unabhängig davon, wo er künftig trainiere, in England beispielsweise. „Na klar, der fährt dann einfach Bürgerbus“, scherzt Rauball weiter und wiederholt noch mal in ernsterem Ton, für welch tolle Sache er den Bürgerbus hält. „Die Frage der Ehrenamtlichkeit wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger.“ Dann dreht er sich um, verschwindet im ‘S IR 1909’ und macht sich auf den Weg nach Hause. Auch seine Frau habe an diesem Sonntag schließlich Muttertag.