Polizei froh über vergleichweise wenig Unfälle im EN-Kreis

Stellten die Verkehrsunfallentwicklung 2014 im Kreishaus Schwelm vor (von links): Ingolf Schween als Leiter der Kreispolizeibehörde, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe, Leiter Direktion Verkehr.
Stellten die Verkehrsunfallentwicklung 2014 im Kreishaus Schwelm vor (von links): Ingolf Schween als Leiter der Kreispolizeibehörde, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe, Leiter Direktion Verkehr.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Generell sei die Unfallentwicklung im EN-Kreis erfreulich, doch verunglückte Kinder und vermehrte Handynutzung am Steuer bereiten der Polizei Sorgen.

Herdecke/Wetter/Ennepe-Ruhr..  Im EN-Kreis kracht es im Straßenverkehr deutlich seltener als im Landesdurchschnitt, gleichzeitig verunglücken weniger Menschen als im Rest des Landes. Dennoch zeichnen sich Entwicklungen ab, gegen die die Kreispolizeibehörde vorgehen will.

„Wir können stolz darauf sein, erneut zur Spitze in NRW zu gehören, das bedeutet aber keinesfalls, dass wir jetzt die Hände in den Schoß legen“, sagt Landrat Dr. Arnim Brux, der die vergleichsweise guten Zahlen auf erfolgreiche Präventionsarbeit zurückführt. Die Programme „Crash-Kurs“, „Brems Dich – rette Leben“ und den Blitzmarathon nennt er exemplarisch.

Mehr verletzte Kinder

Doch es gibt auch einige Bereiche, die der Polizeispitze leichte Sorgen bereiten. Dirk Happe, Leiter Direktion Verkehr, nennt zuvorderst den Anstieg der Kinderunfälle (um knapp ein Viertel). Ausschlaggebend für diese Zahl: Einmal die Mama-Taxis vor den Schulen, aber noch wesentlicher sei der Anstieg um 100 Prozent der Unfälle, bei denen die Kinder in Autos saßen, also nicht aktiv auf der Straße unterwegs waren. „Das ist für uns ein Rätsel, denn es gibt auch keine Hinweise, dass die Kinder nicht angeschnallt waren oder die Kindersitze ihren Zweck nicht erfüllt haben“, sagt Dirk Happe, der darauf verweist, dass es generell einen leichten Anstieg der Verletzten pro Unfall gegeben habe.

Das hängt nicht zuletzt mit der gestiegenen Zahl an Radfahrerunfällen zusammen, die vor allem in Hattingen, Herdecke und Wetter in die Höhe geschnellt sei. Die Ursache liegt für die Führungsriege der Kreispolizeibehörde auf der Hand: Mehr Fahrradtourismus durch den Ruhrtalradweg. „Doch wir glauben auch, dass uns heutzutage deutlich mehr Radfahrunfälle ohne Fremdeinwirkung gemeldet werden, als das noch vor einigen Jahren der Fall war, als noch nicht jeder ein Handy in der Tasche hatte“, sagt Happe und spricht damit eines der ganz großen Themenfelder für das laufende Jahr an: Schwerpunkteinsätze gegen das Handy am Steuer.

Ablenkung durch das Handy im Blick

Denn obwohl die Bußgelder steigen und die Fahrzeugtechnik zum Freisprechen immer besser wird, nimmt die Zahl der Unfälle zu, bei denen die Handynutzung als Ursache ermittelt wird; ebenso wie die Unfälle, bei denen die Polizei von einer Handynutzung ausgeht, dies aber nicht beweisen kann. So wie am 17. Februar 2014, als eine 21-jährige Dortmunderin auf der B54 in Herdecke vermutlich durch eine Whats-App-Nachricht abgelenkt wurde, mit ihrem Auto in den Gegenverkehr geriet und starb.

Ein weiteres Todesopfer forderte in Herdecke der Unfall vor dem Mühlencenter. Mit zwei Todesopfern führt Herdecke neben Schwelm die traurige Statistik an. Das Verfahren gegen den Lkw-Fahrer, der die 63-Jährige überrollt hatte, wurde gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt.