Plus oder Minus – das liegt auch an mir?!

Die Temperaturen pendeln um den Gefrierpunkt, die Fahr- und Parkgewohnheiten auf der Kaiserstraße müssen sich noch einpendeln und das neue Jahr ist schon über einen Monat alt. Doch seit den Ereignissen in Frankreich vor einem Monat, den Wahlen in Griechenland und der sich zuspitzenden Gewalt in der Ukraine bin ich verunsichert. Ansteckend scheint solche Unsicherheit zu sein. Die Gastronomie am Bahnhof wechselt mal wieder, Zeugnisse hat es gegeben. Ein wenig misstrauisch beäuge ich den Umgang von Einheimischen und Fremden. Wetter bleibt bunt. Aber wo geht die Entwicklung hin?


Nun kann ich weder das Wetter noch den Straßenbau, weder den Ausgang von Wahlen noch Zeugnisnoten beeinflussen. Doch ob in unserer Stadt Wetter ein Klima der Verunsicherung und Gleichgültigkeit herrscht oder ob wir gemeinsam Herausforderungen anpacken und Lösungen finden, das liegt auch an mir. Ich muss es wieder lernen mich einzumischen, sachlich und konstruktiv. Ich muss meine Sorgen offen aussprechen können und mit anderen leidenschaftlich um Antworten ringen. Der Rückzug ins Private, das Kreisen um mich selbst allein wird keinen Ausweg aus der unsicheren Stimmungslage bringen.


Schwer ist es aber, sich einzumischen. Zu unübersichtlich scheint die Lage. Wer sein Geld aufs Sparbuch trägt, der oder die wird mitleidig belächelt. Wer auf Frieden zwischen Menschen und Völkern hofft, der oder die gilt als Träumer und Illusionist. Und doch wünsche ich mir eine gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen, möchte unbeschwert in Europa und der Welt reisen können, möchte nicht warten auf die nächste Katastrophe im eigenen Leben oder der Weltgeschichte.
Vielleicht bessert sich mit steigenden Temperaturen im Frühling die Stimmung. Besser aber noch, wenn jeder und jede selbst etwas zum Klima in Wetter beiträgt. Da gibt es viele Möglichkeiten, je nach eigenen Begabungen und Fähigkeiten. Der Apostel Paulus schreibt im ersten Brief an die Gemeinde in Thessaloniki: „doch prüfet alles und behaltet das Gute“ (Kapitel 5, Vers 21). Finden wir gemeinsam heraus, was es an Gutem zu behalten oder erst noch zu gewinnen gilt.


Plus oder Minus – das liegt auch an uns!