Platz acht für den Metallblitz aus Wetter bei Streetbob-WM

Siegerehrung bei der Streetbob-WM. Das Team der Evangelischen Stiftung Volmarstein jubelt über den 8. Platz.
Siegerehrung bei der Streetbob-WM. Das Team der Evangelischen Stiftung Volmarstein jubelt über den 8. Platz.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Jubel beim Team der ESV, das mit den „Gut“-T-Shirts der Sparkasse Wetter ausgerüstet in Winterberg zur Streetbob-WM angereist war: Platz acht und 250 Euro Preisgeld für den Metallblitz. Die Herdecker Pfadfinder gingen mit einem Wolfs-Bob – unterstützt von Dörken – an den Start.

Winterberg/Herdecke/Wetter.. Am Ende war es Platz 15. Nicht wirklich das, was sich die Wölflinge aus Herdecke und ihre Fahrer Philipp Bönte und Moritz Ludwig beim Start bei der 1. Streetbob-WM in Winterberg erhofft hatten.

Das Team der Metallwerkstatt der Evangelischen Stiftung Volmarstein jubelte dagegen über Platz acht. Und die stellvertretende Bürgermeisterin von Wetter, Kirsten Stich, jubelte mit. Sie hatte die Jungs aus der Werkstatt am Steuer des selbst gebauten Bobs zum Erfolg gefahren.

„Mist, nur Platz 15“, kommentierte Moritz Ludwig nach der Siegerehrung das Abschneiden der Ender Pfadfinder. Dabei waren die Bob-Piloten aus Herdecke mit einem Vorteil auf die Strecke gegangen: Sie hatten schon am Tag vor dem Rennen Quartier im Sauerland bezogen, waren entsprechend ausgeschlafen. Das Team der ESV musste dagegen früh aufstehen, um seinen Metallblitz rechtzeitig am Morgen in der Boxengasse in Winterberg zu platzieren.

Bis zum ersten Start im Bob-Simulator blieb allerdings genug Zeit für einen Kaffee und einen kurzen Besuch bei der Konkurrenz aus Herdecke. Die hielt sich ans Wasser. „Wir haben 15 Kilo zu wenig im Bob, da müssen wir noch ein wenig auffüllen“, sagte Philipp Bönte.

Bevor es mit den von Dörken (Herdecke) und der Sparkasse (Wetter) gesponsorten Bobs auf die Strecke ging, stand eine Fahrt im Eiskanal an. Natürlich nicht in der echten Betonröhre, sondern am Simulator. Für die Pfadfinder kein Problem, so schien es nach dem ersten Testlauf, den sie in einer super Zeit absolvierten.

Doch im Wertungslauf bekam Philipp Bönte eine Kurve nicht. „Raus“, stöhnte das Herdecker Publikum und der Pfadfinder-Bob musste mit einer Zeitstrafe in die nächsten drei Läufe gehen.

Besser lief es für Frank Maihoff und Anschieberin Kirsten Stich. Die gab angefeuert vom größten Team dieser Streetbob-WM alles und legte damit einen Grundstein für die gute Platzierung. Mit 20 km/h Schub machte sich ESV-Erlebnispädagoge Maihoff auf die Strecke, und seinem Gesicht war anzusehen: diese Fahrt war ein Erlebnis.

Gleiches galt allerdings auch für Eduard „Edi“ Fischer, Steven Maibaum und Christofer Voigt, die bei den drei Wertungsläufen auf der abgesperrten Hauptstraße in Winterberg hinter Kirsten Stich saßen. Kaum im Ziel angekommen, klatschten sich Fahrerin und Co-Pilot freudestrahlend ab. „Das war super!“ Einen anderen Kommentar bekam man nicht zu hören.

Pfadfinder-Piloten versuchten es mit Verzicht auf die Toilette

An Ausruhen zwischen den Läufen war nicht zu denken. Denn jeder versuchte, noch ein wenig mehr aus dem eigenen Bob herauszuholen. Schließlich lagen zwischen den einzelnen Startern nur Sekunden beim Einlauf ins Ziel. Während Kirsten Stich mit „Fachmechaniker“ Joachim Dedial in der Box des späteren Sieger-Teams BOB Marley ein bisschen Werksspionage betrieb, versuchten es die Pfadfinder-Piloten mit noch mehr Wasser und dem Verzicht auf die Toilette.

„Außerdem zieht im zweiten Lauf der Pilot unsere Weste mit Zusatzgewichten an“, erklärte Moritz Ludwig. „Vielleicht hilft’s ja.“ 300 Kilo durften die Bobs samt Fahrer auf die Waage bringen. Also gab es auch noch einen Schluck Wasser für den Wolf, dessen Plüschnase die Kinder kräftig mit Wasser tränkten.

Genutzt hat es leider nicht. Doch auch wenn die beiden ehrgeizigen Piloten ein wenig verstimmt waren, die kleinen Wölflinge fanden es toll in Winterberg. Und dazu gab es noch 100 Euro Preisgeld für die Jugendförderung St. Georg e.V. Die Volmarsteiner können sogar 250 Euro ausgeben. Verdienter Lohn dafür, dass Kirsten Stich auf ihren Vater Jochen gehört hat: Der hatte ihr das Bremsen verboten.