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Pflegerin aus Wetter wählt Notdienstnummer vergeblich

12.01.2016 | 06:00 Uhr
Pflegerin aus Wetter wählt Notdienstnummer vergeblich
Der ärztliche Notdienst ist unter der Nummer 116117 zu erreichen. Aber nicht immer zuverlässig, wie eine Mitarbeiterin eines Seniorenheims in Wetter erfahren musste.Foto: Svenja Hanusch

Wetter.   Erst funktionierte die Nummer gar nicht, dann flog die Anruferin aus der Warteschleife und schließlich gab es die Auskunft, dass ein Arzt erst am frühen Abend erreichbar wäre.

Es war kein Fall für den Notarzt, einen Arzt wollte Maria Klein aber dennoch rufen, um ihre Patientin im Johannes-Zauleck-Haus versorgt zu wissen. „Die Dame lag im Sterben und brauchte Medikamente, um ihre Situation zu erleichtern“, sagt die ausgebildete Pflegerin und Palliativfachkraft. Doch der Versuch, über die bundeseinheitliche Notdienstnummer 116117 einen Arzt für die Patientin zu bekommen, scheiterte. „Anderthalb Stunden war die Nummer tot“, sagt die Zauleck-Mitarbeiterin. Schließlich wählte sie die Nummer des Krankentransportdienstes und erreichte dort einen Mitarbeiter. Der wiederum alarmierte dann doch einen Notarzt. „Die Ärztin hat die Patientin mit einer Spritze versorgt“, so Maria Klein. Für weitere Medikamente wurde sie aber wieder an den Notdienst verwiesen. Also wieder 116117 wählen.

Immerhin, beim erneuten Versuch erreichte die engagierte Pflegekraft die Warteschleife des ärztlichen Notdienstes. In der wird explizit darauf hingewiesen, dass man in der Leitung bleiben soll. „Wer immer wieder auflegt, landet wieder am Ende der Warteschlange“, erklärt Jens Flintrop, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die den Notdienst organisiert, einen häufigen Fehler beim Versuch, die Arztvermittlung zu erreichen. Auch Maria Klein hat mehrfach gewählt. Allerdings nicht freiwillig. „Das System hat mich immer wieder ‘rausgeschmissen“, so die Pflegekraft. Als sie endlich einen Ansprechpartner am Telefon hatte, gab es aber keine Hilfe, sondern die Aussage, in Wetter sei erst ab 17 Uhr ein Arzt zu erreichen. Keine Option für die Pflegerin. Sie hat sich schließlich mit einer Palliativmedizinerin des Gemeinschaftskrankenhauses in Verbindung gesetzt und dort die notwendige Unterstützung bekommen.

Für Jens Flintrop ist es unverständlich, dass der Pflegefachkraft in Wetter keine Hilfe durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu teil wurde. „Gerade unser Fahrdienst für die hausärztliche Versorgung ist in der Region gut bestückt und immer zu erreichen“, so der KVWL-Sprecher. An dem besagten Samstag habe es auch keine Störungen bei der Telefonzentrale gegeben. Bis zum Abend war nicht zu klären, warum Maria Klein keine Hilfe durch den Notdienst bekommen hat. „Aber wir werden es klären, denn so etwas darf nicht passieren.“

Susanne Schlenga

Kommentare
12.01.2016
10:13
Pflegerin aus Wetter wählt Notdienstnummer vergeblich
von Geo67 | #1

"Bis zum Abend war nicht zu klären, warum Maria Klein keine Hilfe durch den Notdienst bekommen hat."

Was gibt es daran zu klären. Es kam keine Hilfe,...
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Pflegerin aus Wetter wählt Notdienstnummer vergeblich
Pflegerin aus Wetter wählt Notdienstnummer vergeblich
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2016-01-12 06:00
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