Pärchen kassiert Prämien für Handy-Verträge

Herdecke..  Um ein wenig im Luxus schwelgen zu können, schloss ein Herdecker Pärchen eine ganze Serie von Mobilfunk-Verträgen ab und kassierte die Prämien, obgleich es unmöglich war, die monatlichen Raten auf Dauer zu bezahlen. Vor dem Amtsgericht Wetter gab es für diesen Betrug jetzt die Quittung.

Gutscheine für ausgiebige Einkäufe

Rückblende: Im Frühjahr 2013 schlossen die 26-Jährige aus Herdecke und ihr Ex-Freund (35) in fünf Fällen in Elektromärkten in der Umgebung Verträge ab, gaben dabei ihre Personalien und seine Kontodaten an. Als Prämien erhielten sie teure Smartphones oder Gutscheine im Wert von 500 Euro für die jeweiligen Geschäfte. Ein Handy behielt die Herdeckerin, die beiden anderen verkaufte ihr Verflossener, und die Gutscheine nutzten sie für ausgiebige Einkäufe. Und das alles, obwohl sie sich darüber im Klaren waren, dass sie das nötige Geld für die Raten nicht besaßen und die junge Frau die Verträge gar nicht allein hätte abschließen dürfen, da sie unter Betreuung steht und ein so genannter Einwilligungsvorbehalt ihrer damaligen Betreuerin bestand.

Bereits Anfang Februar begann der Prozess gegen das einstige Paar, das sich mittlerweile nichts mehr zu sagen hat. Beide räumten die Vorwürfe im Wesentlichen ein, wobei jeder von ihnen bemüht war, den eigenen Anteils möglichst gering zu halten.

Jetzt wurde das Verfahren mit dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen zur Frage der Schuldfähigkeit der jungen Herdeckerin fortgesetzt. Mit Blick auf die desolate Verfassung, in der sich die 26-Jährige zum Tatzeitpunkt befand, konnte der Facharzt eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen. Offenbar kämpfte die junge Frau damals mit einer akuten Krankheitsphase und hörte zum Teil sogar Stimmen.

Eine allerletzte Chance

Unter Berücksichtigung dieser Einschränkung verurteilte sie das Gericht letztlich zu 90 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe. Ihr Ex-Freund, der bereits unter laufender Bewährung stand, erhielt im wahrsten Sinne des Wortes eine allerletzte Chance: weitere zehn Monate Haft auf Bewährung und 200 Sozialstunden. Richter Heinz-Dieter Beckmann fand in der Urteilsbegründung deutliche Worte für die Betrugsserie des Duos, das sich nun keines Blickes mehr würdigte. Das Ganze sei eine Schnapsidee gewesen und „schon eine Nummer“. Und dabei sei es auch völlig gleichgültig, wer von beiden die treibende Kraft gewesen sei. Allerdings, so betonte Beckmann gleichzeitig, habe es ja so schön geklappt. Denn, seitens der Geschäfte sei es ihnen auch sehr, sehr leicht gemacht worden.