Osterfeuer-Verordnung noch in der Diskussion

Osterfeuer sollen in Wetter künftig an weniger Stellen lodern.
Osterfeuer sollen in Wetter künftig an weniger Stellen lodern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Viele Bürger fühlen sich gegängelt, weil die Stadt mit einer neuen Verordnung die Zahl der Osterfeuer begrenzen will. Jetzt meldeten sich Bürger im Hauptausschuss zu Wort.

Wetter..  Wann sind Nachbarn nicht mehr nur Nachbarn, sondern eine Nachbarschaft, die sich zum Beispiel auch der Traditionspflege verschrieben hat? Eine Frage, die die Rechtsexperten der städtischen Verwaltung in diesen Tagen beantworten müssen. Denn die Entscheidung über die Regulierung der Osterfeuer in der Stadt ist bis zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 26. Februar, vertagt. Bis dahin soll „rechtsfest geklärt werden“, so Bürgermeister Frank Hasenberg, ob die Liste der möglichen Veranstalter um den Begriff „Nachbarschaften“ erweitert werden kann. Bislang sind als Veranstalter eines Brauchtumsfeuers zugelassen: „eine in der Ortsgemeinschaft verankerte Glaubensgemeinschaft, Organisation oder ein Verein“. Weitere wichtige Voraussetzung: Das Feuer muss öffentlich zugänglich sein.

„Es geht ums soziale Miteinander“

Knapp ein Dutzend Vertreter eben solcher Nachbarschaften hatten sich nun im Ratssaal eingefunden, um in der Hauptausschuss-Sitzung ihre Bedenken zu äußern. Ein Anwohner der Kattenkuhle betonte, dass man seit 20 Jahren in seinem Garten zusammenkomme, um den Strauch- und Baumschnitt aus den umliegenden Gärten zu verbrennen. „Jeder bringt etwas mit, und man sitzt gemütlich zusammen. Es geht hier doch auch um das soziale Miteinander.“

Ein Aspekt, den die anwesenden Politiker zwar nachvollziehen können, der allerdings nicht in jedem Fall die Anforderungen des Immissionsschutzgesetz schlägt. Denn das verbiete eigentlich grundsätzlich, dass Feuer in der Stadt entzündet werden. „In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Beschwerden gekommen“, erläuterte dazu Margot Wiese, für den Fachbereich Ordnung zuständig. Vor allem der Raum Dortmund sei dabei betroffen gewesen, und da zähle Wetter dazu.

Die Beschwerden hätten nun dazu geführt, dass sowohl das Land als auch die Bezirksregierung den Kreis zum Handeln aufgerufen hätten. „Nun können wir dieses Thema nicht mehr aufschieben“, betonte Wiese angesichts der Frage von AfD und FDP, ob man nicht das Inkrafttreten der Brauchtumsfeuer-Verordnung auf die Zeit nach Ostern verschieben könne.

Ausnahmegenehmigungen können für Besitzer großer Flächen erteilt werden, die im Rahmen der Landschaftspflege große Mengen an Grünschnitt entsorgen müssen. Allerdings: Eine Ausnahmegenehmigung kostet etwa 50 Euro.