Opfer nach Handyraub bedroht

«Justitia», Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit: Für eine aus seiner Sicht gerechtere Bewährungsstrafe ging der Angeklagte aus Wetter in die Berufung.
«Justitia», Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit: Für eine aus seiner Sicht gerechtere Bewährungsstrafe ging der Angeklagte aus Wetter in die Berufung.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Drei Jugendlichen hatte ein 21-jähriger Wetteraner die Handys geraubt. Gegen die vom Gericht verhängte Haftstrafe ging er in Berufung.

Wetter..  Zusammen mit einem 16-jährigen hatte ein junger Wetteraner drei Jugendlichen die Handys „abgezogen“. Das Jugendschöffengericht Hagen verurteilte den 21-jährigen Straftäter zu zweieinhalb Jahren Haft. Jetzt stand eine Berufungsverhandlung in Hagen an. Sein Ziel: Bewährung.

Neun Vorstrafen

Bei insgesamt neun Vorstrafen, von denen einige schon mehrmonatige Haftstrafen waren, hatte das Anliegen des 21-jährigen Wetteraners kaum Aussicht auf Erfolg. Und seit seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Jugendstrafe im März ist noch nicht viel in seinem Leben passiert. Als Haupttäter hatte der 21-jährige im Juli vergangenen Jahres zusammen mit einem Teenager drei Schülern die Handys geraubt. Seine Opfer suchte sich der Wetteraner an der beliebten Skaterbahn in Alt-Wetter.

Als die Freunde gerade Pause machten und sich unterhielten, steuerten der Angeklagte und sein Begleiter auf die drei zu. Zuerst fragte er, ob die Jungen Marihuana bei sich hätten. Als sie das verneinten, fragte er scheinheilig nach der Uhrzeit. Plötzlich wurde der Angeklagte massiv und forderte die drei auf, ihm ihre Handys zu geben. Ansonsten, so drohte er ihnen an, würden 50 Leute kommen und sie verprügeln. Dann riss er ihnen die Telefone aus den Händen und floh.

Nachdem die Schüler den Schock, beraubt worden zu sein, verdaut hatten, gingen sie zur Polizei und zeigten den 21-jährigen und seinen Mittäter an. Das hatte für die Jungen unangenehme Folgen, denn die Handyräuber bedrohten sie einige Male an ihren Schulen.

Vor dem Berufungsrichter gestand der 21-jährige die Tat ein, die er vor dem Jugendschöffengericht noch geleugnet hatte. Der Räuber gab sich geläutert. „Ich habe mich komplett geändert. Ich bin viel ruhiger. Bitte geben sie mir eine Chance.“

Das mit der Änderung des Charakters wollte der Richter von dem Bewährungshelfer genauer wissen. Der bestätigte mehrere Kontakte und Gespräche mit dem jungen Mann. „Er hat begriffen, dass in seinem Leben was schiefläuft und realisiert, dass ihm eine lange Zeit im Gefängnis droht“, berichtete der Bewährungshelfer.

Lehre im Gefängnis machen

Aber von einer großen Wandlung in den letzten zwei Monaten konnte keine Rede sein. Der 21-jährige tingelt seit dem Urteil von einem Gelegenheitsjob zum anderen. „Das sieht nicht gut aus. Wir sehen da keinerlei Spielraum“, teilte der Richter dem Wetteraner mit. Und die Staatsanwältin riet dem jungen Mann sogar: „Machen Sie besser eine Lehre im Gefängnis, um so Ihr Leben auf die Kette zu kriegen.“ Zähneknirschend nahm der Angeklagte dann die Berufung zurück und wählte so das Gefängnis.