Oldtimer für das Auge und für das Ohr

Volksfeststimmung in Wetter: Alte Autos, Trecker und Motorräder lockten viele Besucher auf dem Bahnhofsplatz.
Volksfeststimmung in Wetter: Alte Autos, Trecker und Motorräder lockten viele Besucher auf dem Bahnhofsplatz.
Foto: Nina Haupt
Was wir bereits wissen
Beim Verkaufsoffenen Sonntag in Alt-Wetter herrschte Gedränge in den Läden und auf den Wegen. Und die Jatz-Musik war so nostalgisch wie viele Autos.

Wetter..  Der Geruch nach Diesel liegt in der Luft, Motoren knattern rhythmisch, die Sonne scheint, und eine Jazzband kurvt auf einem altem Motorrad mit Beiwagen durch die Menge. In Alt-Wetter drängen sich Menschen und Oldtimer auf dem Bahnhofsplatz und der Kaiserstraße. Zum dritten Mal locken das Oldtimer-Treffen und der verkaufsoffene Sonntag wohl einige tausend Menschen in die Stadt.

Auf der Kaiserstraße parkt ein altes italienisches Polizeiauto, darin sitzt eine Schaufensterpuppe mit Handschellen angekettet. Ein Stückchen weiter stehen alte amerikanische Straßenkreuzer neben Bullis und einer Isetta. In einem VW Jetta liegt neben Wackeldackel und Hut auch eine bestrickte Rolle Toilettenpapier auf der Hutablage.

Zeitreise mit Jetta und De Lorean

„Viele Fahrzeuge sind Highlights für sich“, finden Jörg Efselmann und Julia Votava. Sie sind auf Fahrrädern angereist, um die Oldtimer zu sehen. „Es ist ein grandios schönes Treffen und ein sehr passender Ort“, schwärmt Efselmann. Und Votava ergänzt: „Hier zu bummeln ist wie eine Zeitreise.“

Ein echter Zeitreisender ist ebenfalls vor Ort: Ein De Lorean mit Flügeltüren, wie aus dem Film Zurück in die Zukunft. Marko Schöpper hat den Wagen vor zwei Jahren gekauft und aufbereitet. „Ich bin ein großer Fan des Films, aber auch das Auto fasziniert mich: es ist limitiert, wurde nur zwei Jahre lang gebaut und ist etwas ganz besonderes.“ Vor allem die Karosserie, Kunststoff mit Edelstahl-Verplankung, gefällt ihm.

Ein Stückchen weiter steht ein russisches Militärfahrzeug mit DDR-Fahnen. Torsten Jechoreck und seine Lebensgefährtin Astrid Höhse-Dyka sind mit dem GAZ 69 aus Waltrop hergefahren. Gerne erzählen sie die Geschichte des Geländewagens, der 1964 für die Nationale Volksarmee gebaut wurde. Nach der Produktion in Russland fuhr der Wagen in der DDR zuerst als Militärfahrzeug. Später diente er einer Landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft. Schließlich kaufte das Paar den Wagen. „Es war eine spontane Idee und ein Kindheitstraum. Wir sind nämlich im Karnevalsverein und waren voriges Jahr Prinzenpaar. Dafür brauchten wir etwas Besonderes“, erklärt Jechoreck.

Auch andere Oldtimer-Fans haben nicht nur ihre Wagen, sondern auch ihre Geschichten mitgebracht. So auch drei Paare mit ihren VW Kamann-Ghia in orange, grün und gelb. Sie haben sich vor zwei Jahren auf dem ersten Oldtimer-Treffen in Wetter kennen gelernt. „Seitdem fahren wir gemeinsam durch die Gegend“, sagt Roland Hildebrand. Ihm und seiner Frau Carmen gehört der orangefarbene Wagen von 1969. Lange Zeit fuhr der Karmann-Ghia durch die USA. Dort wurde er auch blau-weiß lackiert. 2008 bekam er von dem Ehepaar Roland wieder seine Original-Farbe. 14 Schichten Lack hat er nun auf der Karosserie. Das gelbe Auto von 1974 hat ebenfalls eine Vergangenheit in den USA. Es war schon immer gelb, allerdings sah es sehr verwittert aus, als Iris und Wolfgang Löer es kauften. Schließlich gehört noch ein grünes Exemplar zu der Gruppe. Gabi und Frank Laschinski haben es zusammen gesetzt. „Wir haben den Wagen in Einzelteilen gekauft, in Kisten verpackt. Und seit einem Jahr fährt er wieder“, berichtet Frank Laschinski stolz. Da es in der Gruppe schon ein orangefarbenes Auto gab, bekam es hellgrüne Farbe.

Dann kommt ein altes Motorrad mit Beiwagen um die Ecke. Darauf drei Männer mit Instrumenten, die Jazzmusik spielen. Lutzemanns Jatzkapelle heißen sie. Dem Trompeter Lutz Eikelmann aus Volmar­stein gehört der Oldtimer. „Unsere Musik passt zum Fahrzeug“, erklärt er lachend und fährt los.