Offene Wunden
10.04.2008 | 17:54 Uhr 2008-04-10T17:54:23+0200Von Klaus Görzel Jahre und Jahrzehntelang fanden sie kein Gehör mit ihren Geschichten oder fühlten sich wie Nestbeschmutzer behandelt. Umso befreiender die Wirkung, als Missstände auch in kirchlichen Einrichtungen plötzlich kein Tabu mehr waren. ...
... Hier hat die erste "Volmarsteiner Erklärung" zu den Zuständen im Johanna-Helenen-Heim wie Balsam gewirkt und doch die Wunden gleich weiter aufgerissen.
Mehr Entschiedenheit im Verurteilen der Untaten und eine noch vollständigere Sammlung der Erinnungsbruchstücke der geschundenen Kinder hätten sich die Betroffenen gewünscht. Nun haben sie selbst dafür gesorgt, dass die Berichte der von Diakonissen und Lehrerinnen verfolgten Kindern in ihrer Breite nachlesbar sind. Für viele unter den Opfern von damals sicher auch ein großer Akt der Selbstüberwindung.
Dass die Internet-Seiten gerade jetzt erscheinen, wo die ESV von einem Historiker diesen dunklen Fleck in ihrer Vor-Geschichte untersuchen lässt, zeigt zweierlei: Die Betroffenen der Freien Arbeitsgruppe wollen nicht warten, und sie wollen die Aufarbeitung "ihrer" Geschichten nicht oder nicht mehr der ESV überlassen.
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