Ölspur auf Straße sorgt für Ärger
04.06.2012 | 15:38 Uhr 2012-06-04T15:38:00+0200
Wetter. Die Geschäftsleute der Bahnhofstraße in Alt-Wetter sind stinksauer: Bereits mehrfach haben Busse auf ihrer Fahrt über die Bahnhofstraße größere Mengen Öl verloren - zweimal im Mai und zuletzt am vergangenen Montag. Das Stadtbetrieb wurde informiert, die Ölspuren dann aus Sicherheitsgründen mit reichlich Bindemittel abgestreut.
Bei trockenem Wetter wird das Bindemittel jedoch vom Wind aufgewirbelt - und weht zum Teil bis in die Geschäfte. Auch bei Regen sind die Auswirkungen in den Ladenlokalen zu spüren: Das Bindemittel landet unter den Schuhen der Kunden und wird auf diesem Weg ebenfalls in die Geschäfte getragen.
Surinder Singh aus der Stadt-Pizzeria in der Bahnhofstraße klagt besonders über die Verschmutzung: „Teile von diesem ,Puderzucker’ landen dann auf meiner Pizza, die ich anbiete. Und das ist überhaupt nicht lustig - weder für mich, noch für meine Gäste.“
Angela Kube leitet den Friseursalon Kramer direkt gegenüber der Pizzeria. „Manchmal hat man den Eindruck, dass einige Busse ihren Ölwechsel direkt auf der Straße vor unseren Geschäften erledigen. Das ist eine Riesensauerei. Wir atmen das Zeug der abgestreuten Straße doch direkt ein.“ Heftige Kopfschmerzen sind bei ihr nicht selten die Folge.
Biba Novakov, die an der Bahnhofstraße einen Kiosk betreibt, hat oft den Schrubber in der Hand. Da auch bei ihr - ähnlich wie in der Pizzeria - Lebensmittel über die Theke gehen, leidet ihre Kundschaft besonders unter den Verschmutzungen.
Ölspuren im Bild festgehalten
Angela Kube hat die abgestreuten Ölspuren regelmäßig mit ihrer Kamera im Bild festgehalten. „Ölspuren landeten am 10. und 23. Mai sowie am letzten Montag auf der Straße. Also kann man hier nicht mehr von einem Einzelfall reden“, so die Geschäftsfrau. Jedes Mal wurde der Stadtbetrieb gerufen, der die Ölspuren beseitigte. Die Aktionen führten immer zu Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs an dieser engen Stelle.
Nicht nur in den Geschäften sind die Spuren der Bindemittel zu erkennen, auch die Bewohner der Wohnungen haben darunter zu leiden: Auch ihre Fenster und Türen müssen geschlossen bleiben, da der weiße Staub direkt in die Wohnungen an der Bahnhofstraße weht.
Angela Kube hat eine Vermutung, wer für die Verunreinigungen auf der Bahnhofstraße verantwortlich sein könnte: „Das waren wohl Busse der Firma Hoffmann aus Alt-Wetter“, denkt sie.
„Ein entsprechender Hinweis ist bei uns eingegangen“, so Doris Venohr von der Firma Hoffmann. „Wir überprüfen das, unsere Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Wenn unsere Busse tatsächlich für die Verunreinigungen verantwortlich sein sollten, werden wir das sofort abstellen. Und wir können uns dann nur bei allen Betroffenen entschuldigen.“
Stadtbetrieb streut ab
Für das Abstreuen der Ölspuren auf der Bahnhofstraße zeichnet der wettersche Stadtbetrieb aus der Wasserstraße verantwortlich. „Das Bindemittel wird aufgetragen, sollte dann für einige Tage auf der Straße liegen bleiben. Dann wird es wieder hochgenommen“, so Jens Holsteg als Pressesprecher der Stadt Wetter.
07:49
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:49
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
07:55
Zitat:
"Teile von diesem ,Puderzucker’ landen dann auf meiner Pizza, die ich anbiete. Und das ist überhaupt nicht lustig - weder für mich, noch für meine Gäste.“
Diese Aussage kommt einem geschäftlichen Selbstmord gleich. Es gibt ja auch nichtweißen Staub, der nicht von Ölbindemitteln herrührt. Wo landet der denn?
23:01
Es gibt doch staubfreies Ölbindemittel -soll mal niemand behaupten, "das gibt es nicht". Wenn das vor Ort nicht beschafft wird, haben die Leute "Pech gehabt"?
Dass betroffene Anwohner stinksauer sind, ist ganz berechtigt; das wäre aber vermeidbar gewesen, wenn staubfreies Ölbindemittel zum Abstreuen der Ölspuren eingesetzt worden wäre. Taugliches Ölbindemittel muss nach dem Durchfegen sofort und vollständig wieder aufgenommen werden können. Dadurch fliegt oder fließt es nicht in die weitere Umgebung, Gefahrenabwehr in Bezug auf Befahrbarkeit der Straße wird sichergestellt.
20:41
Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Bei ölverschmutzter Fahrbahn hilft nun mal nur das Abstreuen der Strasse mit Ölbindemitteln. Hiermit werden Gefahren für Leib und
Leben von Autofahrern abgewendet. Zudem wird auch verhindert, dass Öl ins Grundwasser eindringt. Statt zu meckern, sollten die Anwohner froh sein, dass etwas zur Gefahrenabwehr unternommen wird. Das in solchen Fällen Türen und Fenster für eine kurze Zeit geschlossen sein sollten ist doch wohl das kleinere Übel. Ich möchte nicht das Gemeckere der anliegenden Geschäftsleute hören, wenn bei Ölunfällen nichts unternommen wird.