Ökologie und Unternehmen profitieren

Michael Haas, Leiter Arbeitsmedizin, Umweltschutz und Sicherheit bei Dörken
Michael Haas, Leiter Arbeitsmedizin, Umweltschutz und Sicherheit bei Dörken
Foto: AVU
Was wir bereits wissen
In der zweiten Runde des Ökoprofit-Projektes im EN-Kreis beteiligt sich auch Dörken an der Suche nach Einsparungspotenzialen bei Energie und Ressourcen. Michael Haas ist von dem Projekt überzeugt.

Herdecke..  Der Herdecker Farben- und Folienspezialist Dörken nimmt seit fünf Monaten am Ökoprofit-Programm teil. Ökoprofit steht für Ökologisches Projekt für integrierte Umwelt-Technik und ist ein Kooperationsprojekt des heimischen Energieversorgers AVU, der Handels- und Handwerkskammern und wird im Rahmen der Energie-Effizienz-Region Ennepe-Ruhr durchgeführt. Ziel ist es, Energie und Ressourcen einzusparen und gleichzeitig auch einen ökonomischen Vorteil für die Unternehmen zu schaffen. Wir haben mit Michael Haas, dem Leiter Arbeitssicherheit und Umweltschutz bei Dörken, gesprochen.

Warum hat sich Dörken entschieden, in das Ökoprofit-Programm einzusteigen?

Es gab mehrere Gründe: eine unbefriedigende Energiestrategie, unbefriedigende Prozessbeschreibung und –verantwortung, hohe Energiekosten und die Tatsache, dass wir das Thema Energieeffizienz bisher nicht ganzheitlich im Fokus hatten.

Hat das Unternehmen beim Thema ökologisches Wirtschaften bei Null angefangen oder gab es bereits Maßnahmen, die nun auch ins Projekt-Portfolio passen?

Dörken beteiligt sich seit dem Jahr 2000 an EMAS, heute EMAS III, das für das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung steht. Hierin enthalten sind auch die Themen Energie und Ressourcen.

Welchen Vorteil verspricht sich Dörken von der Teilnahme? Man hätte das Thema Energie- und Ressourcen-Einsparung doch auch im Hause lösen können?

Viele Lösungsansätze muss man nicht neu im eigenen Haus entwickeln. Das heißt wir können Synergien mit befreundeten Unternehmen und ihren Fachleuten nutzen.

Was haben Sie in den ersten fünf Monaten konkret umgesetzt?

Ein Pilotprojekt zur verbesserten Energiedatenerfassung, damit ist nun die kontinuierliche Auswertung und Visualisierung möglich. Wir untersuchen und bewerten zudem konkret den Bau eines Blockheizkraftwerkes zur Eigenversorgung. Damit kann das Unternehmen 2800 Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Außerdem wurde innerbetrieblich die Stelle „Energiemanager“ besetzt.

Profitieren Sie als Unternehmen davon, dass weitere Branchen im Ökoprofit-Projekt vertreten sind?

Ja, da zum Beispiel bei der Betreuung von Menschen – hier die Betreuungseinrichtung Loher Nocken in Ennepetal – Maßnahmen zur Motivation von Menschen entwickelt werden, die auch in der Industrie Anwendung finden könnten. Die Kontakte zu anderen Unternehmen sorgen außerdem dafür, weitere Ideen für die Ressourceneinsparung zu bekommen, zum Beispiel bei den Themen Wasser und Druckluft.

Wie kommunizieren Sie das Thema im Betrieb? Müssen nicht alle Mitarbeiter vom Wert des Projektes überzeugt sein, damit es gelingt?

Es wäre gut, alle Mitarbeiter zu erreichen, um diese so weit zu motivieren, selbst nach Verbesserungen zu suchen. Veröffentlichungen im Intranet oder in der Werkszeitschrift reichen aber oft nicht aus.

Gibt es aus der Mitarbeiterschaft denn Anregungen, was verbessert werden kann?

Ja, aus den Reihen der Mitarbeiter kamen bereits Anregungen, z.B. wenn vergessen wurde, Heizungen des Fernwärmenetzes im Sommer abzusperren. Dieses kann, muss aber nicht im Zusammenhang mit Ökoprofit stehen. Die Stellenausschreibung „Energiemanager“ stieß in allen Unternehmensbereichen auf großes Interesse. Das scheint zu heißen, dass viele Kollegen hier großes Potenzial sehen, sich gewinnbringend für „ihr“ Unternehmen einzusetzen. In diesem Zusammenhang fällt auch auf, dass das Thema nun über alle hierarchischen Ebenen hinweg diskutiert wird.

Würden Sie anderen Unternehmen eine Teilnahme in Runde drei des Programms empfehlen?

Ja, da ich glaube, dass es in den meisten Unternehmungen Potenziale zur Ressourceneinsparung geben wird. Ob Papier-, Energie-, Wasserverbrauch oder verschiedene Mitarbeiter, die sich mit den selben Themen beschäftigen ohne von einander zu wissen, überall gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Außerdem gibt es eine große Chance, durch das Netzwerk unternehmerische Synergien zu generieren, auch zu anderen Themen.