Das aktuelle Wetter Wetter 9°C
Zahngesundheit

Nur 32 Prozent putzen ihre Zähne richtig - Studie der Uni Witten/Herdecke

24.09.2012 | 18:00 Uhr
Nur 32 Prozent putzen ihre Zähne richtig - Studie der Uni Witten/Herdecke
Kinder bei der Zahnhygiene: Bis zum 9. Geburtstag sollten Eltern die Zähne ihres Nachwuchses nachputzen.Foto: Kitschenberg

Hagen/Witten.   Zum Tag der Zahngesundheit legt die Uni Witten/Herdecke eine Studie vor: Nur 32 Prozent der Deutschen putzen richtig. Nur 11 Prozent nutzen täglich Zahnseide.

Man kann darüber streiten, was merkwürdiger ist: dass Männer beim Zähneputzen Grimassen schneiden oder dass Frauen gymnastische Übungen machen. Jeweils vier Prozent tun das. Und beides ist schlecht: „Wer gute Ergebnisse erzielen will, sollte sich aufs Putzen konzentrieren“, meint Prof. Stefan Zimmer, Inhaber des Lehrstuhls für Zahnerhaltung an der Universität Witten/Herdecke. Deshalb gefällt ihm auch nicht, dass 31 Prozent der 14- bis 29-Jährigen dabei durch die Wohnung spazieren.

Diese Zahlen stammen aus einer Umfrage, für die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Uni und des Axa-Konzerns 1025 Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren befragt hat. Dabei stellte sich auch heraus, dass zwar 80 Prozent der Befragten mindestens einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt gehen, aber nur 11 Prozent täglich Zahnseide nutzen. Und nur 40 Prozent nehmen sich drei Minuten Zeit für die Zahnpflege. Immerhin greift eine Mehrheit zweimal täglich zur Zahnbürste. Mit falscher Technik: 57 Prozent putzen ihre Zähne mit kreisenden Bewegungen. „Das kann das Zahnfleisch verletzen sowie Zahnbelag und Bakterien unter den Zahnfleischrand schieben, wo Entzündungen entstehen können“, warnt Zimmer.

Aber warum sind wir ein Volk von Falschputzern? „Die meisten putzen ihre Zähne noch so, wie sie im Kindergarten oder durch die Eltern gelernt haben“, sagt Zimmer. Und das sei damals auch richtig gewesen: „Für Kinder bis zum Grundschulalter sind kreisende Bewegungen durchaus die richtige, weil einfache Technik.“ Für Erwachsene jedoch nicht. Erwachsene müssen eine neue Methode lernen.

Richtige Technik schont Zahnfleisch und entfernt Zahnbelag

Stefan Zimmer, Erster Vorsitzender der „Aktion zahnfreundlich“, die sich nicht nur am Tag der Zahngesundheit für zuckerarme Nahrungsmittel einsetzt und zum Beispiel den Babynahrungs-Spezialisten HiPP bewegen konnte, sein Instant-Tee-Sortiment zu überarbeiten, erklärt: „Die richtige Technik besteht in fegenden und rüttelnden Bewegungen, die das Zahnfleisch schonen und bakteriellen Zahnbelag optimal entfernen.“ Nur 32 Prozent gehen so vor.

Eltern sollten bei Kindern bis zum 9. Geburtstag nachputzen

Dafür nutzen bereits 36 Prozent der sechs- bis achtjährigen Kinder eine elektrische Zahnbürste. 11 Prozent der Kinder putzen alleine - auch falsch. „Eltern sollten bis zum neunten Geburtstag nachputzen“, rät Zimmer. Mit Zahnzwischenräumen und Zahnfleischrand seien die Kleinen überfordert. Die Großen aber offenbar auch. Was also tun? Im Zweifel den Zahnarzt fragen. Und immer schön das Bonusheft mitnehmen: Nur 60 Prozent der gesetzlich Versicherten lassen es abstempeln.

Harald Ries



Kommentare
Aus dem Ressort
Nach dem Joint in die Polizeikontrolle
Gericht
Obwohl er mit seinen „Einkäufen“ schon einmal erwischt worden war, setzte sich ein 22-järhiger Wetteraner mit zwei Gramm Marihuana in der Hosentasche ans Lenkrad. Und geriet prompt in eine Verkehrskontrolle. Jetzt stand er vor Gericht.
Tanz, Theater, Ballett und mehr im Rucksack
Kultur
Das Kulturrucksackfest 2014 steigt am Freitag in der Wittener Werkstadt. Mit von der Partei sind dann Kinder und Jugendliche aus zwölf Projekten der landesweiten Initiative. Sie kommen aus neun Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises.
„Der Kampf ums Überleben ist hart“
Handel
Mit seiner Reparaturwerkstatt für Fernseher, DVD-Rekorder und Fotoapparate ist Rainer Späte aus Herdecke einer der letzten Mohikaner in seiner Branche. Für ihn und seine Frau Roswita ein Grund mehr, das 30-jährige Bestehen des Betriebs zu feiern.
Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge
Soziales
Das aufgegebene Jugendzentrum in Ende wird umgebaut zum Heim für Flüchtlinge. Darüber hat die Stadt Herdecke jetzt die Bürger informiert. Rund 100 kamen ins Gemeindehaus in Ende. Überraschend viele Zuhörer hatten Ideen, wie den Menschen geholfen werden kann.
Leser bringen Ideen und Kritik mit zum Redaktionsmobil
Redaktion vor Ort
Zum Markttag in Wetter ist das Redaktionsmobil auf den Platz zwischen Bahnhof und Einkaufszentrum gerollt. Naheliegendes Thema: der Markt und der Platz, auf dem er seit wenigen Jahren stattfindet. Aber auch aus den Stadtteilen brachten die Leser Themen mit.
Fotos und Videos
Viadukt Wengern wird 100
Bildgalerie
Radwegausbau
130 Jahre Harkort-Turm
Bildgalerie
Geschichte
Neue Grundschul-Heimat
Bildgalerie
Renovierung
WP-Schützenköniginnen
Bildgalerie
Preisverleihung