NPD-Kandidat hat "Bock auf Nazis"
09.06.2009 | 17:14 Uhr 2009-06-09T17:14:00+0200„Bock auf Nazis” stand auf dem T-Shirt, mit dem ein Wähler am Sonntag zur Europawahl im Wahllokal aufkreuzte. Der Wähler heißt Marius Klein und wird im Internet als Kreistagskandidat und Kandidat für die NPD in Wetter geführt.
Grund, für die neu gegründete Interessengemeinschaft Stork auf Distanz zu Klein, Jahrgang '89, zu gehen. In der Vorläufer-Bürgerinitiative hatte er Aufgaben übernommen, ohne dass seine NPD-Nähe bekannt war.
Strafrechtlich ist der T-Shirt-Aufdruck „irrelevant”, sagt die Staatsanwaltschaft in Hagen. Bei einem „Heil Hitler”-Spruch wäre das etwas anderes gewesen, der sei nicht mehr durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Bis vorige Woche war den Aktiven im Widerstand gegen das Gewerbegebiet am Stork die rechte Gesinnung von Marius Klein nicht bekannt. Grüne und Unabhängige Wahlergemeinschaft (UWW) hatten Starthilfe bei der Formierung des Bürgerprotests gegeben und im Februar zu einer ersten Infoveranstaltung eingeladen. Eine zweite folgte, Klein bot sich an, Email-Adressen zu sammeln und verschickte über diesen Verteiler auch Rundbriefe zum Thema Stork.
Als sich jüngst ein Kreis von Aktiven zur Vorbereitung der ersten Informationsveranstaltung der „IG Stork” traf, war auch Marius Klein und seine politische Heimat ein Thema. Wachsame Augen hatten auf Internet-Seiten mit NPD-Informationen den Namen des Mannes entdeckt, der auch unter Mails zum Stork gestanden hatte. Im Internet steht er als Kommunalwahlkandidat für Wetter, wobei die Partei bei der Stadt noch nicht erklärt hat, ob sie bei der Kommunalwahl überhaupt antritt, ebenso wenig wie beim Kreis.
Kein Amt für einen
rechten Propagandisten
„Wir wollen nichts mit ihm zu tun haben, und wir hatten auch mit ihm nichts zu tun”, heißt es aus dem Aktivenkreis der IG Stork, die sich in dieser Form gerade erst zusammengefunden hat. Und auch die Unabhängigen Wähler betonen, dass sie nichts mit Klein zu schaffen haben oder hatten.
Mittlerweile ist Klein gebeten worden, die Email-Adressen herauszugeben und keinesfalls für NPD-Propaganda zu missbrauchen. Die IG-Stork ist ein lockerer Zusammenschluss und will es auch bleiben. Sollte es Ämter geben, wird Klein keines bekommen, heißt es. Als interessierter Bürger beim Infoabend am Montag war Klein geduldet.