Neuer Kümmerer für die Kirchengemeinde in Ende

Marc Mummert ist ab 1. Juni Küster der evangelischen Kirchengemeinde in Ende (zweiter von links). Er löst Bernd-Jürgen Tilcher ab. Mit im Bild Pfarrerin Dörte Godejohann und Pfarrer Guido Hofmann (von links).
Marc Mummert ist ab 1. Juni Küster der evangelischen Kirchengemeinde in Ende (zweiter von links). Er löst Bernd-Jürgen Tilcher ab. Mit im Bild Pfarrerin Dörte Godejohann und Pfarrer Guido Hofmann (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bernd-Jürgen Tilcher geht nach 28 Küsterjahren in den Ruhestand. Marc Mummert folgt ihm im Amt

Herdecke..  Küster sind Kümmerer. Sie sorgen für den Blumenschmuck in der Kirche, läuten die Glocken im Gottesdienst, mähen aber auch die Wiese und schließen auf, wenn eine Gruppe abends ins Gemeindezentrum will. 28 Jahre, sechs Monate und 14 Tage hat Bernd-Jürgen Tilcher das gemacht, wenn er am 31. Mai in den Ruhestand verabschiedet wird. Ab dann läuft der Zähler für Marc Mummert, seinen Nachfolger im Küsteramt.

Nachfolger ist „ein bunter Mensch“

Früher einmal hat die Evangelische Kirchengemeinde Ende zwei Küster voll und einen halb beschäftigt. Nicht einmal zehn Jahre ist es her, dass es mehrere Kümmerer in der Gemeinde gab. Bernd-Jürgen Tilcher ist übrig geblieben, und schon deshalb war es für den Kirchenvorstand keine Frage, dass wieder ein Küster eingestellt wird, bei all den Aufgaben, die sichtbar und im Verborgenen auf den Schultern des gelernten Starkstromelektrikers lasten, der viele Jahre Rettungsassistent bei der Feuerwehr war.

Bernd-Jürgen Tilcher sagt es salopp: „Ein hauptamtlicher Küster ist ein Mädchen für alles“. Und alles ist wirklich fast alles beim organisatorischen Drumherum in den Räumen einer Gemeinde. Mit Feudel und Staubsauger hat der Küster die Kirche sauber gehalten. Im kirchlichen Kindergarten am Ahlenberg hat er die Außenanlagen gepflegt. Mit den Technischen Betrieben hat er für die Weihnachtsgottesdienste über die Absperrgitter gesprochen, die den Zustrom der Gottesdienstbesucher in Bahnen lenken. „Der Küster hat eine ganz wichtige Funktion“, fasst Pfarrer Guido Hofmann zusammen, „er ist das Gesicht der Gemeinde“ gerade für diejenigen, die nicht Teil der Gemeinde sind.

Auch Pfarrerin Dörte Godejohann zeigt sich tief beeindruckt von der „Vielfalt der Aufgaben“, die Bernd-Jürgen Tilcher auch mal über die Dienstzeit hinaus erledigt hat. Diese Vielfalt ist einer der Gründe, warum Marc Mummert so gerne Küster werden wollte. Es sind „die Querschnittsaufgaben“, die den 35-Jährigen locken. Heizungsbauer hat er gelernt und in vielen Handwerken gearbeitet.

Einer der Aufgaben hat er sich schon gestellt „Die Uhr hat durchaus ihr Eigenleben“, weiß er über den Zeitanzeiger im Kirchturm, der sich bereits seit 1889 in Ende dreht. Die ersten Schritte durch die vielen Gebäude der Gemeinde hat er bereits gemacht. Bald wird er auch bei jedem Gottesdienst während des Vater-Unser die Glocke betätigen oder die Kassetten für die Kollekten bereit stellen. Nicht mit Schlips und Jackett, wie das bei Bernd-Jürgen Tilcher immer der Fall war. „Ich bin ein bunter Mensch“, sagt er über sich selbst und stellt klar, dass auch er sich zu den Gottesdiensten sicherlich farblich bedeckt halten wird.

Und doch ist er froh, dass er für den steten Wandel in der Kirche steht. „Oft ist diese als konservativ oder rückständig verschrieen“, sagt er und zeigt sich überzeugt: „Kirche ist nicht verstaubt!“ Mummerts Sprache ist es mit Sicherheit nicht. Als Küster will er ein „sozial-empathischer Handwerker sein“, sagt er. In der Sache ist das ganz nach dem Geschmack seines Amtsvorgängers. Ansprechpartner sein, anteilnehmend sein, und natürlich gerüstet für die meisten Fälle eines Hausmeisterlebens, alles das kommt im Küster zusammen.

Job verlangt Fingerspritzengefühl

„Zuhören können ist wichtig“, gibt er seinem Nachfolger mit auf den Weg, weil die Menschen der Gemeinde manchmal über den Kümmerer den Zugang zum eigentlichen Seelsorger suchen. „Das braucht Fingerspitzengefühl“, fährt Tilcher fort. Und ist fest davon überzeugt, dass sein Nachfolger schnell das Vertrauen der Gemeinde findet.