Neue Dienstwagen der Stadt Herdecke fahren mit Strom

Die Stadtverwaltung Herdecke stellt Teile ihres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge um: Klimaschutzmanager Jörg Piontek, Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster, Iris Wasser von der DEW21 und Fabian Haas (von links) stellten die zwei umweltfreundlichen Dienstwagen sowie zwei neue Elektro-Fahrräder am Rathaus vor.
Die Stadtverwaltung Herdecke stellt Teile ihres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge um: Klimaschutzmanager Jörg Piontek, Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster, Iris Wasser von der DEW21 und Fabian Haas (von links) stellten die zwei umweltfreundlichen Dienstwagen sowie zwei neue Elektro-Fahrräder am Rathaus vor.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herdecke setzt auf E-Mobilität. Geld sparen, Umwelt schonen: Zwei Elektrofahrzeuge ersetzen alte Benziner. Hinzu kommen E-Bikes.

Herdecke..  Dienstfahrten mit einem zwölf Jahre alten BMW, der acht Liter oder umgerechnet zehn Euro auf 100 Kilometern verbrauchte, sowie einem VW Polo schienen der Stadt Herdecke nicht mehr zeitgemäß. Zumal ein beschlossenes Klimaschutzkonzept mehr sein sollte als nur ein Stück Papier, wie Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster bei der Vorstellung von neuen Elektro-Fahrzeugen sagte. Klimaschutzmanager Jörg Piontek-Möller nickte dazu deutlich und quasi emissionsfrei.

Genau so leise hört sich der neue 109 PS starke Nissan Leaf an. „Für rund drei Euro ist man 100 Kilometer unterwegs“, sagt Strauss-Köster mit Blick auf den Verbrauch von 15 Kilowattstunden. Dieser geleaste Fünftürer wird ebenso mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien geladen wie der Smart („for two), den vor allem Ordnungsamt-Mitarbeiter auf kürzeren Strecken im Stadtgebiet nutzen sollen. Grundsätzlich stehen beide Autos, die bis zur Einrichtung einer Stromtankstelle direkt am Rathaus im April bei der HGWG aufgeladen werden und eine Reichweite von etwa 150 Kilometern haben, allen Verwaltungs-Kollegen zur Verfügung. Auch der Bürgermeisterin, die schon länger auf einen Dienstwagen verzichtet und dafür ihren Privat-Pkw genutzt hatte, berichtet Strauss-Köster.

„Der Elektromobilität - vor allem in Ballungsgebieten - gehört die Zukunft“, sagt Piontek, der die Umrüstung aktiv begleitet hat. Umweltfreundlich, leise und kostengünstig: Neben der Befreiung von der KFZ-Steuer haben die E-Wagen noch einen weiteren Vorteil. „Die Wartungs- und Unterhaltungskosten liegen deutlich unter denen eines benzinbetriebenen Modells.“

Schritt für Schritt wolle die Verwaltung diesen Weg nun fortsetzen. „Wenn wir etwas austauschen müssen, achten wir bei Neuanschaffungen da drauf“, so Piontek. Dazu gehören etwa auch der Hybrid-Kleinmüllwagen, den die Technischen Betriebe 2014 erhielten, und neuerdings die zwei frisch angeschafften Elektrofahrräder. Für diese so genannten E-Bikes (Preis: 3500 Euro) gibt es sogar einen abschließbaren Unterstand (3700 Euro) direkt neben dem Rathaus-Eingang.

All das soll Kosten senken, kostet aber erst einmal Geld. Die DEW21 stiftete zur Förderung der Elektromobilität 15 000 Euro und bezahlte auch die Räder sowie die Abstellmöglichkeit. „Ich freue mich, dass wir als lokaler Energieversorger damit einen Beitrag zum Klimaschutz in Herdecke leisten können“, sagte Iris Wasser vom Vertrieb/Marketing des Dortmunder Unternehmens. Mit Nissan Möller, dem Autohaus Jürgens und dem Fahrradgeschäft Tretmühle fand die Stadt bei der Ausschreibung lokale bzw. benachbarte Betriebe.

Eine kleine Spielerei gönnte sich die Verwaltung bei den Nummernschildern: Mit den Kennzeichen EN-SH 1739 bzw. 1913 erinnert die Stadt Herdecke an ihre Gründung vor 276 Jahren bzw. den Bau des Rathauses. Strauss-Köster betonte noch, dass zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen mehr als zweieinhalb Tonnen klimaschädlicher CO2-Ausstoß vermieden und dies bis 2030 um 30 Prozent reduziert werden soll: „Mit den Elektrofahrzeugen machen wir einen großen Schritt in die Zukunft.“