Neue Büros im Hauptwerk von Demag/Terex bezugsfertig

Neue Fassade: Der Umbau im Werk von Demag/Terex in der Ruhrstraße in Wetter ist fast abgeschlossen
Neue Fassade: Der Umbau im Werk von Demag/Terex in der Ruhrstraße in Wetter ist fast abgeschlossen
Foto: WP
Der Mitarbeiterumzug vom alten Verwaltungsgebäude ins Werk an der Ruhr biegt in die Zielgerade ein. Demag/Terex kommt aber nicht zur Ruhe

Wetter..  So richtig zur Ruhe kommt die Belegschaft von Terex/Demag in Wetter nicht. Was bei einem Unternehmen mit globalem Denken auch nicht verwundert. Bei der jüngsten Betriebsversammlung im Werk an der Ruhr gab es viele neugierige Blicke auf Susanna Schneeberger, die seit knapp einem Monat den Geschäftsbereich Material Handling leitet und sich nun den Mitarbeitern vorstellte. Weitere Themen:

Standortkonzept

Während oben in der Demagstraße die verbliebenen 250 Angestellten im alten Verwaltungsgebäude auf ihren Umzug im Sommer warten, wird der Teil-Einzug in die modernisierten Büros an der Ruhrstraße im April abgeschlossen. „Von dem neuen Trakt ist das Gebäude 1 neben Tor 2 größtenteils fertig“, berichtet Jutta Chalupa, Personalleiterin bei Terex Material Handling. „Mitte Mai ist dann hoffentlich der Aufzug im Treppenhaus als verbindendes Mittelstück fertig, damit wir dann mit den verbliebenen Angestellten aus dem Verwaltungsgebäude das Gebäude 2 beziehen können.“ Wegen Brandschutzrichtlinien wurde ein Fluchtturm nahe des Parkhauses gebaut. Auch die Zufahrt ins Werk werde noch umgestaltet.

Die Zukunft des alten Verwaltungsgebäudes ist laut Chalupa und Dowy offen, vom Abriss bis zum Verkauf an einen privaten Investor sei vieles denkbar. „Die Vermarktung ist trotz der attraktiven Hanglage recht schwierig, auch wenn es erste Kontaktaufnahmen mit Interessenten gab.“Es gebe in dieser Frage keinen Zeitdruck, Priorität habe der Umzug in die neuen Gebäude im Werk an der Ruhrstraße. Noch sitzen IT-Mitarbeiter, Kaufleute und technische Entwickler oben in der Demagstraße 1.

Der Betriebsrat sieht mit Blick auf den Umbau noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Durch den Umzug aller Mitarbeiter in die Ruhrstraße könnte es dort Parkplatzprobleme etwa bei Schichtwechseln geben, vielleicht können wir in Abstimmung mit der Stadt Stellflächen in der näheren Umgebung schaffen“, so Vorsitzende Petra Nijhuis und Ivonne Eisenblätter (Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat). So erfreulich die Investition am Standort Wetter sei, so sehr sei Vorsicht ratsam. „In unserem Schwesterwerk in Luisenthal hat die Geschäftsführung Geld in die Modernisierung gesteckt, ehe sie die Schließung für Ende 2015 ankündigte.“

Arbeitsplätze

Die Produktions-Verlagerung von Luisenthal nach Tschechien betrifft die Belegschaft in Wetter nicht direkt. „Wenn der Betrieb in Slany aber nicht wie gewünscht läuft, hätte das wegen womöglich fehlender Aufträge auch Auswirkungen auf unser Werk hier“, sagen Petra Nijhuis und Ivonne Eisenblätter.

Lutz Dowy, Leiter Globales Produktmanagement und Prozesskrane bei Terex Material Handling, berichtet bezüglich der Schließung in Luisenthal und der Produktionsverlagerung von einem langwierigen Verhandlungsprozess mit dem Betriebsrat. „Wir hoffen auf eine einvernehmliche Einigung.“

Während sich der Betriebsrat in Wetter weiterhin für die Kollegen mit befristeten Arbeitsplätzen einsetzt, scheint die Gefahr von Kurzarbeit derzeit nicht in Sicht. Rund um Karneval hatte die Geschäftsleitung mit Unterstützung der Betriebsräte Beschäftigungsprobleme in der Produktion über die flexiblen Arbeitszeitkonten aufgefangen. Nachdem das erste Quartal aber wegen weniger Aufträgen schlechter als erwartet lief, habe sich die Situation stabilisiert. „Es wird kein leichtes Jahr“, so Dowy: „Fest steht: Der Schnelle und Flexible gewinnt.“

Umstrukturierungen

Der Betriebsrat befürchtet mittelfristig Konsequenzen, sollten einzelne Fertigungen ausgelagert und Produkte für Wetter aus Billiglohnländern zugekauft werden. Dagegen verweist Lutz Dowy darauf, dass Terex/Demag weiterhin einen enormen Kostendruck verspüre. „Wir müssen uns permanent verbessern, Strukturen vereinfachen und Synergien finden. Das könnte eventuell auch sozialverträgliche Personalanpassungen beinhalten, die u.a. über normale Fluktuation erreicht werden können.“

Erfolge bei Produktinnovationen sind an zwei Auszeichnungen für den V-Profilkran der Demag erkennbar. Die Verunsicherung durch weltweite Krisen, schwankende Euro- bzw. Dollar-Kurse oder Aktienentwicklungen in den USA ist noch nicht gebannt: „Die globalen Auswirkungen spüren wir auch hier in Wetter“, so Dowy.