Nächster Vorstoß in Sachen Tempolimit

Der Verkehr, der auf der Autobahn 1 in Richtung Köln und Bremen rollt, muss auch an Herdecke vorbei. Die Anwohner an der Ruhr, aber auch oberhalb gelegene Wohngebiete sind vom Verkehrslärm betroffen.
Der Verkehr, der auf der Autobahn 1 in Richtung Köln und Bremen rollt, muss auch an Herdecke vorbei. Die Anwohner an der Ruhr, aber auch oberhalb gelegene Wohngebiete sind vom Verkehrslärm betroffen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Rat der Stadt Herdecke muss den Lärmaktionsplan fortschreiben. Der Verkehrslärm von der Autobahn 1 war wieder Thema im Ausschuss

Herdecke..  Krach stört. Nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch akustisch. Manch ein Anwohner kann angesichts der Geräuschkulisse in seiner Umgebung davon ein Lied singen. Aus diesem Grund gibt es in Städten einen verpflichtenden Lärmaktionsplan. In Herdecke soll nun der Rat am 25. Juni über dessen Fortschreibung (2. Stufe) abstimmen.

Im Bauausschuss stand der Entwurf der Stadtverwaltung kürzlich auf der Tagesordnung. Während die meisten Lokalpolitiker daran nichts auszusetzen hatten, forderte Peter Gerigk von den Grünen eine Ergänzung. Der ehemalige Gymnasiallehrer an der Friedrich-Harkort-Schule ärgere sich weiter über den Lärm, den die FHS-Gymnasiasten an der Hengsteyseestraße durch die Autobahn auf der anderen Seite der Ruhr ertragen müssen. „Wir sollten wieder das Gespräch mit Straßen-NRW suchen, um Verbesserungen etwa über Geschwindigkeitsbegrenzungen auf diesem Teilstück der A1 zu erreichen.“

Demo vor dem Gymnasium

Gerigk sieht dabei auch die Kommune gefordert, regt beispielsweise Förderprogramme über schalldichte Fenster oder eine Lärmschutzwand an der Volme an.

Bauamtsleiter Daniel Matißik reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß, da die Stadt Herdecke nicht der Bauträger sei und er Betroffenen keine Hoffnung machen wolle. „Wir haben dazu Briefe geschrieben und waren auch in Sachen Tempolimit auf der A1 aktiv, Straßen-NRW will aber die Volmebrücke nicht antasten.“ Georg Torwesten (CDU) stimmte Matißik zu: „Wir können nicht alles auf die Verwaltung schieben.“ Mit Ullrich Schwellenberg (SPD), den der aufsteigende Lärm vom Ruhrufer als Anwohner gleichfalls stört, schlug er vor, dass vielleicht konzertierte Aktionen der Politik und der Einfluss von Landes- oder Bundestagsabgeordneten mehr bewegen könnten. „Eine Demo vor der FHS bringt womöglich mehr als Ergänzungen im Lärmaktionsplan“, meinte Jens Plümpe von der Fraktion H plus. „Wir wissen ja schon länger, dass es dort zu laut ist. Die Haushaltslage der Stadt Herdecke verhindert aber Maßnahmen“, ergänzte Peter Schlussnuss von der SPD. Fast alle stimmten dann aber doch für Gerigks Ergänzungsantrag, wonach sich die Stadt Herdecke nach Erscheinen der neuen Verkehrszahlen erneut für Verbesserungen auf dem betreffenden Abschnitt der A1 einsetzen soll. Nur eine Gegenstimme zeigt: Der Lärm erzeugt keinen Krach bei den Lokalpolitikern.