Nachbarn kritisieren Neubau-Pläne des GVS am Nacken

Durch den Neubau in der GVS-Parkanlage Nacken fürchten Nachbarn, dass dies Folgen für ihre Grundstücke und die Verkehrslage haben könnte.
Durch den Neubau in der GVS-Parkanlage Nacken fürchten Nachbarn, dass dies Folgen für ihre Grundstücke und die Verkehrslage haben könnte.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Investor will mit dem GVS die Parkanlage Nacken zu einem modernen Seniorendorf umbauen. Nachbarn äußerten aber kürzlich ihre Bedenken.

Herdecke..  Des einen Freud, des anderen Leid: Bei etlichen Bauprojekten lässt sich dieses bekannte Sprichwort anwenden. So auch im Fall der GVS-Parkanlage Nacken. Wie berichtet, will der Gemeinnützige Verein für Sozialeinrichtungen gemeinsam mit einem Investor am Millöckerweg alte Gebäude abreißen lassen, damit dort 63 vollstationäre Pflegeplätze und eine Tagespflege mit 17 Plätzen bis 2016 entstehen können.

Während sich der Senioren-Dienstleister auf das Projekt freut, äußerten die Nachbarn bei einer teils emotionalen Informations-Veranstaltung Kritik. Diese beinhaltet etwa die Sorge vor dem zunehmenden Verkehr, da durch das Plus an Pflegeplätzen mehr Besucher, mehr Angestellte, mehr Lieferanten und mehr Lärm befürchtet werden. Auch die Zufahrt und die Zahl der Parkplätze scheint für einige Anwohner nicht ausreichend zu sein, dementsprechend könnte es in der Sackgasse „immer enger“ werden.

Drei- oder gar viergeschossig

Zudem hat manch ein Nachbar etwas an der Bauweise auszusetzen. In dem Neubau soll es für die Wohngruppen zwei Hauptetagen geben. Mit Blick auf den Keller und das nach hinten versetzte Staffelgeschoss auf dem Flachbau müsse man aber eher von drei- oder viergeschossig reden. Da das neue Gebäude etwa vier Meter höher sei als der bisherige Bau, gebe es somit – je nach Jahreszeit – weniger Sonneneinstrahlung auf angrenzende Privatflächen. „Insgesamt ließ sich heraushören, dass manch ein Anwohner besorgt ist, dass sein Grundstück durch den Neubau abgewertet wird“, resümierte Lore Kleimann aus der Nachbarschaft den Abend. „Natürlich hat der GVS auch schöne Aspekte vorgestellt, aber wir haben natürlich andere Interessen.“

Im Beisein einer Vertreterin des Investors BAV Hilden und des Hagener Architekten Miroslav Sramek versuchte GVS-Geschäftsführerin Ewa Kohut, die Vorwürfe zu entkräften. Zunächst einmal stellte sie klar, dass die GVS Herdecke Seniorendienste gGmbH in dem neuen Seniorendorf nur Mieter sei, gleichwohl will der Verein als Herdecker Dienstleister in Sachen Pflege Ansprechpartner sein und bleiben. Dazu betonte sie: „Wir halten uns bei der Bauweise an geltende Vorschriften und bauen nicht so, wie wir wollen. Hier wird nicht getrickst.“ Zudem habe der Architekt bei seinen Planungen nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die Beteiligten hätten also noch höher bauen können. „Unsere Aufgabe ist es, unsere Angebote so optimal wie möglich zu gestalten“, so Kohut mit Blick auf die Pläne, hier eine bestehende Anlage aufzuwerten. Gleichwohl strebe der GVS eine gute Nachbarschaft an und will den Anwohnern auch weiterhin die Hand ausstrecken. „Zum Richtfest wollen wir die Nachbarn wieder einladen.“

Abriss-Bagger rollen an

Der Rohbau soll bis Ende des Jahres stehen bzw. überdacht sein, als Bauzeit werden zwölf Monate anvisiert, die Inbetriebnahme soll am 1. August 2016 erfolgen. In diesen Tagen nun rollen nach vorbereitenden Maßnahmen die Abriss-Bagger an.