Nachbarn geraten vor dem Haus aneinander

Wegen einer Schlägerei stand jetzt ein Wetteraner vor Gericht.
Wegen einer Schlägerei stand jetzt ein Wetteraner vor Gericht.
Foto: frank vinken / waz
Was wir bereits wissen
Wegen gefährlicher Körperverletzung stand jetzt ein Wetteraner vor Gericht: Er soll zwei Männer mit einer Pistole und einer Bierflasche verletzt haben.

Wetter..  Im Streit mit den Nachbarn soll ein 37-jähriger Wetteraner unter anderem zur Bierflasche gegriffen und zugeschlagen haben. Vor dem hiesigen Amtsgericht begann jetzt sein Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung. Während er sich lediglich verteidigt haben will, behaupten seine Kontrahenten das Gegenteil.

Ein Frühsommerabend mit Folgen

Zu dem, was sich Mitte Mai vor einem Mehrfamilienhaus in Wetter abspielte, gibt es noch viele offene Fragen. Selbst das Motiv für die Auseinandersetzung, die für einen Beteiligten in der Ambulanz endete, ist, was die Schilderungen betrifft, von der jeweiligen Partei abhängig.

Im Raum stehen störendes Spielzeug der Kinder des Angeklagten oder ein vielleicht nicht ganz zufälliger Sturz seiner Freundin. Unabhängig davon steht zumindest fest, dass die Lage an dem Frühsommerabend eskalierte.

Dem Wetteraner wird konkret zur Last gelegt, dass er einem Mann eine Pistole in den Nacken gehauen und dessen künftigem Schwiegersohn eine Bierflasche auf dem Kopf förmlich zerschlagen haben soll. Fakt ist, dass Letzterer eine Platzwunde erlitt. Fakt ist aber auch, dass die Polizei eine Pistole trotz intensiver Suche nicht auffinden konnte.

Die Spielsachen seiner Kinder vor dem Haus, so die Version des Angeklagten, hätten an dem Tag zu einer ersten Diskussion mit seinem Nachbarn und dessen Familie geführt. Später hätten der junge Mann, der Schwiegervater in spe und seine Schwester auf der Treppe vor der Tür gesessen, als er und seine Freundin schwer bepackt zurückgekommen seien.

Nicht nur, dass das Spielzeug nun in einer Grube auf einer benachbarten Baustelle gelegen habe, auch hätte einer der Männer seiner Freundin mit dem Arm quasi „Beinchen gestellt“, sie so zu Fall gebracht und damit unter anderem für ein Hämatom am Arm gesorgt, das später tatsächlich in einem ärztlichen Attest beschrieben wurde. Auch sei der Jüngere in dieser Situation drohend mit seiner Bierflasche auf ihn zugekommen. Er habe ihn daraufhin lediglich weggeschubst, aber nicht mit der Flasche geschlagen.

Angeklagten erstaunt eigene Aussage

Die Wunde am Kopf habe sich der Andere offenbar bei dem folgenden Sturz zugezogen. Und eine Pistole habe er ganz gewiss nicht gehabt, geschweige denn, dass er den Älteren damit geschlagen habe. Mit seiner ersten polizeilichen Aussage konfrontiert, dass er sehr wohl mit der Flasche zugehauen habe, zeigte sich der Wetteraner erstaunt. So etwas habe er nie gesagt. Der entsprechende Polizist sah das ganz anders.

Weitere Zeugen auf der Liste

Konträr zu der Einlassung des Angeklagten bestätigten die mutmaßlichen Opfer ihre Vorwürfe im Zeugenstand. Ganz bestimmt habe der 37-Jährige mit der Pistole und der Bierflasche auf sie eingeschlagen. Und die Existenz der Waffe bestätigten gleich mehrere Zeugen, auch wenn die noch nicht einmal von einem Polizeihund aufgespürt werden konnte.

Zudem versicherten die Gegner, dass die Freundin des Wetteraners plötzlich grundlos einen Wäschekorb habe fallen lassen. Gestürzt sei die Frau mitnichten, und ein Beinchen hätten sie ihr auch nicht gestellt, obgleich sie das gänzlich anders schilderte.

Sieben Zeugen gaben sich die Klinke am ersten Verhandlungstag förmlich in die Hand, weiterer Aufklärungsbedarf bestand dennoch. Das Verfahren wird Anfang März mit der Befragung zusätzlicher Zeugen fortgesetzt – unter ihnen eine Polizeibeamtin, die ebenfalls dabei war, als der Angeklagte den Schlag mit der Flasche eingeräumt haben soll.