Nachbarn am Ahlenberg bleiben auch ohne Verein aktiv

Die Bürgergemeinschaft Ahlenberg hat sich aufgelöst und sein Vereinsvermögen dem Verein Sterntaler gespendet. Volkhard Ruppel (BG Ahlenberg, li.), Horst und Gudrun Dannemann (Sterntaler, vorn), Detlev Sonnleitner (BG Ahlenberg, hinten), Peter Meister (re.)
Die Bürgergemeinschaft Ahlenberg hat sich aufgelöst und sein Vereinsvermögen dem Verein Sterntaler gespendet. Volkhard Ruppel (BG Ahlenberg, li.), Horst und Gudrun Dannemann (Sterntaler, vorn), Detlev Sonnleitner (BG Ahlenberg, hinten), Peter Meister (re.)
Foto: WP
Bürgergemeinschaft Ahlenberg spendet ihr Vereinsvermögen an Sterntaler. Gesprächskreis geplant

Ahlenberg..  Die Themen sind ihnen nicht abhanden gekommen, doch der Verein Bürgergemeinschaft Ahlenberg e.V. gibt es bald nicht mehr. „Wir haben beschlossen, uns aufzulösen“, sagt Peter Meister, der dem Verein seit seiner Gründung im Jahr 2007 vorstand. Ein Beschluss, der nicht ganz freiwillig zustande gekommen ist. Denn das Finanzamt hat der Bürgergemeinschaft Ahlenberg die Gemeinnützigkeit aberkannt. „Wir haben konstruktive Gespräche mit den zuständigen Stellen geführt“, sagt Meister. Überzeugen, dass die Bürgermeinschaft das Gemeinwohl im Blick hat, konnten sie die Finanzbeamten aber nicht. Ausschlaggebend mögen da die jüngsten Aktivitäten der Mitglieder sein, die sich 2007 mit dem Ziel, den naturnahen Charakters des Ahlenbergs zu erhalten, zusammengeschlossen hatten. Denn dieser naturnahe Charakter war nun direkt am Gartenzaun der meisten Mitglieder bedroht. Gemeinsam stellten sich die Anwohner des Oberen und Unteren Ahlenbergweges gegen die Bebauung eines Ackers zwischen den Grundstücken. „Wir haben diese Verdichtung nicht verhindern können“, ist Peter Meister noch heute enttäuscht. Und: „Wir haben zwar für die Natur in unsere direkten Umgebung gekämpft, aber doch auch für ein grundsätzliches Anliegen.“

Beschweren wollen sich die Ahlenberger Bürger nicht. Sie verbinden einfach das Ende ihres Vereins mit einer bereits bei der Gründung beschlossenen guten Sache. „Unser Vereinsvermögen geht satzungsgemäß an den Verein Sterntaler“, sagt Volkhard Ruppel, Vorstandsmitglied bei der Bürgergemeinschaft. Die Sterntaler-Vorstandsmitglieder Gudrun und Horst Dannemann konnten sich also über einen Scheck über 6500 Euro freuen und auch gleich noch ein wenig vor ihrer Arbeit berichten. 25 Jahre gibt es den Verein inzwischen, unterstützt werden Familien chronisch kranker Kinder, Frühgeborener und Behinderter. „Wir sind auf Spenden angewiesen, um diesen Familien helfen zu können“, sagt Gudrun Dannemann und freut sich über die großzügige Spende der Ahlenberger.

Die wollen nun zwar ihren Verein aus dem Vereinsregister streichen lassen, ihre Aktivitäten rund um den Ahlenberg aber eher ausweiten. „Wir haben beschlossen, als Nachbarn weiter unser Viertel im Blick zu haben“, so Detlev Sonnleiter, der auch im Vorstand der Bürgergemeinschaft aktiv war. Und das im Blick halten ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Denn auf dem Ahlenberg wird seit längerem schon über das Thema Sicherheit diskutiert. „Wir werden auch Kontakt zu dem bereits aktiven Sicherheitsdienst aufnehmen“, so Peter Meister. Vor allem will man aber gegenseitig mehr aufeinander acht geben. Die Nachbarschaftshilfe soll ausgebaut werden.

Alle werden älter

„Wir werden hier alle älter“, sieht Meister ein gemeinsames Problem der Familien, die alle ungefähr zur gleichen Zeit in ihre Häuser eingezogen sind. Gerade mit Blick auf die Älteren nennt Meister ein weiteres Thema, bei dem alle vorhandenen Kompetenzen der Nachbarn ausgenutzt werden sollen, um zu helfen: „Wir wollen Beratung zum Thema Pflege organisieren“, kündigt Meister an.Und natürlich habe man auch die Entwicklung auf der Baustelle im Blick. „Da werden wir sehr darauf achten, dass die Bauvorgaben, die ausgehandelt wurden, auch eingehalten werden.“

Gerne möchte man den Kreis um die 50 bis 60 ehemaligen Vereinsmitglieder erweitern und demnächst zu einem Gesprächskreis einladen. Denn: „Unsere Themen betreffen alle Anwohner am Ahlenberg“, so Peter Meister.