Nach Einbruch Haft verlängert um acht Monate

Herdecke/Wetter..  Als die Sucht wieder einmal stärker als seine Vernunft war, beteiligte sich ein 33-jähriger Hagener an einem Einbruch in eine Herdecker Schreinerei. Wegen dieser Tat musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht in Wetter verantworten.

Seit Ende der 90er-Jahre bestimmen Drogen sein Leben. Zeitgleich rutschte er ab, beging erste Straftaten, stand danach regelmäßig vor Gericht und landete mehrfach hinter Gittern. Zur Zeit verbüßt der 33-Jährige weitere zehn Monate Haft. Ein Einbruch im Sommer vergangenen Jahres beschert ihm nun weitere Monate im Gefängnis. Am 22. Juni drangen er und ein Komplize in die Räumlichkeiten einer Schreinerei in Herdecke ein und stahlen dort fünf Werkzeugkoffer im Wert von insgesamt rund 1500 Euro.

Therapieversuch gescheitert

Vor Gericht versuchte er gar nicht erst, seine Beteiligung an dem „Bruch“ in Abrede zu stellen. Der Verteidiger sprach von typischer Beschaffungskriminalität. Der Angeklagte habe zum Zeitpunkt der Tat unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden und Geld für den nächsten Schuss Heroin benötigt. Der 33-Jährige selbst erklärte auf Nachfrage des Gerichts, dass er bislang einen Therapieversuch gestartet habe, der jedoch gescheitert sei. „Ich hatte da noch nicht den Willen, aufzuhören.“ Das sei jetzt anders. Mittlerweile befinde er sich im Methadon-Programm und habe in der Haft auch Kontakt zum dortigen Drogenberater aufgenommen.

16 Einträge im Strafregister

Geständnis und Suchtdruck wirkten sich strafmildernd aus. 16 Eintragungen im Strafregister, der Schaden und seine Hafterfahrung sprachen gegen den Angeklagten. Ihn verurteilte das Gericht letztlich zu zusätzlichen acht Monaten Haft ohne Bewährung. Zudem steht ihm ein weiteres, ähnlich gelagertes Verfahren vor dem Amtsgericht Hagen bevor, bei dem er auch noch mit einer Strafe rechnen muss.

Mit eindrücklichen Worten hielt ihn Richter Heinz-Dieter Beckmann an, die Sucht endlich zu besiegen: „Man sagt, ein Drittel schafft es, ein Drittel steigt um auf Alkohol oder Tabletten, und ein Drittel ist irgendwann tot.“

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