Musikschule Herdecke punktet bei der Früherziehung

Die Mutter von Juli (2) und Noah (5) meldete ihre Kinder in der musikalischen Früherziehung der Musikschule Herdecke an
Die Mutter von Juli (2) und Noah (5) meldete ihre Kinder in der musikalischen Früherziehung der Musikschule Herdecke an
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Kleine Gruppen und gute Lehrer können viel bewirken“, erklärt eine Herdecker Mutter, warum sie ihre Kinder zur Früherziehung in der Musikschule anmeldet.

Herdecke..  Aus kindlichem Krach kann schöner Klang werden: Wie viele Eltern hat auch eine Herdecker Mutter mit ihrem Mann überlegt, ob für ihren Nachwuchs eine musikalische Früherziehung in Frage kommt. Die Antwort lautet dreimal: Ja! Was mehrere Anmeldungen bei der städtischen Musikschule in der Goethestraße zur Folge hatte.

Luca Sophie (8 Jahre alt), Noah (5) und Juli (2) heißen die Kinder von Katja. Die Mutter selbst gibt ein gutes Vorbild ab, spielte sie doch selbst in früheren Jahren Blockflöte und Orgel. Später kam die Gitarre hinzu, die auch ihr Mann zum Klingen bringen kann. „Schon meine Eltern haben Wert darauf gelegt, dass mein Bruder und ich mit Musik in Kontakt kamen.“ Das will sie auch ihren Sprösslingen bieten. „Ich mag die spielerische Herangehensweise, die das Interesse wecken soll.“

Als Mutter Katja den ganzheitlichen Ansatz der Musikschule lobt, führt die Leiterin der städtischen Einrichtung dies weiter aus. „Musik spricht beide Gehirnhälften an, fördert die Motorik und weckt Emotionen. Wir wollen, übrigens auch mit Musik aus anderen Kulturkreisen, das Singen und den Bewegungsdrang der Kinder unterstützen, zugleich hat das positive Wirkungen auf die Sprachentwicklung“, meint Ulrike Dittmer-Dretzler, die dem Nachwuchs ein eher sportliches und ein musisches Hobby nahe legt. Auch wenn ein Lehrer in der Früherziehung das Talent für Rhythmik oder Instrumente erkennt, sei dies kein Ansatz für ein Wunderkind. „Ich kenne eigentlich kein Kind, das nicht auf Musik reagiert. Wir freuen uns etwa auch darüber, wenn die Kleinen Lieder nach Hause bringen und dort einfach weitersingen.“

Startschuss im Musikgarten

Ein konkretes Beispiel: Luca Sophie, so berichtet ihre Mutter, habe schon früh begeistert zur Musik getanzt. In entspannter Atmosphäre habe sie im Musikgarten gerne mitgeklatscht und -gesungen. Das Ausprobieren von Instrumenten ließ nicht lange auf sich warten. Es wurde die Blockflöte. „Das ist eigentlich nicht das beste Einstiegsinstrument, weil es recht schwer ist, aber nach wie vor eine gute Vorstufe für Blasinstrumente“, sagt Dittmer-Dretzler, die für das Erlernen von Noten das Klavier bevorzugen würde. „Bei Streichinstrumenten gilt: Das müssen Kinder unbedingt wollen.“

Die laut Mama Katja „begeisterungsfähige“ Luca Sophie wollte weiter Blockflöte spielen. Eine Freundin der Mutter gab ihr Privatunterricht, ehe sie in der Grundschule über das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) auf Geige umschwenkte. „Das lief eine Zeit lang parallel, war dann aber ein zu großer Übungsaufwand“, so die Mutter, die ihrer Achtjährigen jeden Tag 15 Minuten Geigenspiel nahelegt und schon mal sanften Druck ausübt. „Das Instrument liegt bei uns stets griffbereit. Geige lernen ist zwar mitunter mühselig, aber man merkt bei meiner Tochter immer wieder die Begeisterung.“ Dittmer-Dretzler empfiehlt, das Üben in den Tagesablauf zu integrieren. „Optische Anreize helfen auch, wenn man zum Beispiel den Bogen an der Wand im Kinderzimmer aufhängt.“

Noah wird laut Mama Katja aber kein Violinist, „dazu fehlt ihm die Geduld. Bei der musikalischen Früherziehung hat er sich auch eher zurückgehalten, wobei er in Gruppen und mit Freunden auftaut.“ Vielleicht passe ja der Kinderchor der Musikschule zu dem Fünfjährigen, auch wenn dort viele etwas älter sind. „Ich will ihn zu nichts zwingen, er soll manches ausprobieren, wobei ich ihm auch im Übergangsjahr bis JeKi etwas schmackhaft machen will“, sagt seine Mutter. „Zumal die Musik die Kinder auch diszipliniert, gerade kleine Gruppen und gute Lehrer können viel bewirken.“

Schnuppermatinée am 1. Februar

Sie versucht, sich über die Großeltern und Babysitter etwas Zeit frei zu schlagen, um individuell die musikalische Entwicklung ihrer Kinder zu verfolgen. Schließlich will sie mit Nesthäkchen Juli, die wie ihre Geschwister auch gerne in der Musikkiste der Familie stöbert und sich an Rassel, Mundharmonika sowie auch schon an der Blockflöte probiert, am 1. Februar zur Schnuppermatinee der Musikschule gehen, eine Art Ausprobier-Konzert mit Beratung für die Eltern. „Sie singt schon viel Lalala, liebt die Musik und greift auch schon zur Gitarre.“

Dreistufiges Konzept vor Grundschule

Laut Musikschulleiterin Ulrike Dittmer-Dretzler haben Studien ergeben, dass die musikalische Früherziehung für Kinder auf deren Bildungsweg von Vorteil ist.

Die städtische Einrichtung bietet ein dreistufiges Angebot für den Nachwuchs an. Los geht es mit der stark nachgefragten Eltern-Kind-Gruppe. Ein Jahr lang musizieren die Kleinsten ab sechs Monateneinmal wöchentlich mit Erwachsenen. Ein neuer Kurs, für den es noch freie Plätze gibt, startet bald montags von 15.30 bis 16.30 Uhr in der Grundschule Vinkenberg in Kirchende, Am Berge 35. Wenige Plätze sind noch in den Montags-Gruppen (jeweils eine Stunde ab 15.15 und 16.15 Uhr) in der Goethestraße 14 frei. Kosten 25 Euro monatlich.

Genau so viel kostet der Musikgarten. Dieser richtet sich an Eltern, die Kinder im Alter von 18 Monaten oder etwas älter haben und zweieinhalb Jahre lang einmal pro Woche gemeinsam mit ihnen musizieren wollen. Dieser Kurs findet donnerstags, 15.30 Uhr, in der Grundschule Vinkenberg statt, es sind noch einige Plätze frei.

Kinder im Alter von dreieinhalb Jahren und etwas älter sind – ohne Eltern – montags um 16.30 Uhr in der Vinkenberg-Schule, mittwochs ab 15.15 und freitags ab 16 Uhr in der Musikschule willkommen (es gibt noch freie Plätze). Jeweils ein Jahr laufen der Einführungs- und der Fortsetzungskurs, Kosten: 25 €.

„Wir bieten examinierte Lehrkräfte mit pädagogischer Ausbildung“, wirbt Dittmer-Dretzler. Die ersten 30 Tage gelten als kostenpflichtiger Probemonat. Für Geschwister gibt es einen Rabatt, generell Sonderermäßigungen von bis zu 75 Prozent, auch die Bürgerstiftung Herdecke hilft schon mal finanziell aus.

Infos: per E-Mail an staedtische-musikschule@ herdecke.de oder Telefon 02330-209246.