Museums-Idee für RWE nicht vorstellbar

Herdecke/Essen..  Steffen Gerber hat RWE einen Fragenkatalog zum Abriss-Antrag am Koepchenwerk geschickt. Hier einige Antworten:

Gibt es Alternativen zum Abriss?

Neue, realisierbare Nutzungsmöglichkeiten gibt es nicht. Das haben die sorgfältigen Untersuchungen der Fachleute der RWE-Immobilien ergeben. Wir haben eine Fremdnutzung beziehungsweise Ausparzellierung der Altanlage oder Teilen davon geprüft. Beides ist vor dem Hintergrund des laufenden Kraftwerksbetriebs und den damit verbundenen Standortgegebenheiten sowie Sicherheitsanforderungen (z.B. Not- und Rettungswege) nicht möglich.

Ist ein Kompromiss zum Abriss denkbar, etwa Teil der drei Gebäude bzw. Einrichtungen zu erhalten?

Hierzu müssen die laufenden Gespräche und Standortüberlegungen abgewartet werden.

Sind Museums-Modelle, wie RWE sie am Wasserkraftwerk Heimbach oder im Umspannwerk Recklinghausen betreibt, in Herdecke möglich?

Das Wasserkraftwerk Heimbach ist kein öffentliches Museumsmodell, sondern ein unter Denkmalschutz in Betrieb befindliches Kraftwerk. Beim Umspannwerk Recklinghausen ist der Museumsteil herausgelöst und verfügt über öffentliche Platz- und Straßenanschlüsse. Die Altanlage Koepchenwerk steht seit ca. 20 Jahren im Betriebs- und Nutzungsstillstand. Sie befindet sich in Insellage auf einer in Betrieb befindlichen Kraftwerksfläche und ist dreiseitig von Hochspannungsmodulen bis 220 000 Volt umschlossen. Die vierte Grundstücksseite ist der direkte Seewasseranschluss. Eine öffentliche Zuwegung bzw. äußere Erschließungsanbindung als Museumsmodell ist somit ausgeschlossen.

Was sagen Sie zum Vorwurf, RWE habe die Denkmäler am Koepchenwerk bewusst nicht in Schuss gehalten, um den Abriss zu forcieren?

Diesen Vorwurf weisen wir zurück. Obwohl die 1994 außer Betrieb genommene Altanlage für RWE Power keinen Nutzen mehr hat, haben wir in die Instandhaltung der Gebäude rund 2,5 Millionen Euro investiert. Die baulichen Anlagenteile weisen im Kern die Substanz von Gebäuden nach einer Nutzungsdauer von ca. 85 Jahren aus.

Gab es Gespräche mit der Stadt?

RWE Power hat seit 2013 verschiedene Gespräche mit den zuständigen Behörden (Verwaltung, Untere Denkmalbehörde und Bauaufsicht) zum möglichen Rückbau der unter Denkmalschutz stehenden Altanlage des Koepchenwerks geführt.