Müll schädigt Herdecker Bach

Der Herdecker Bach wird nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie nicht nur teilweise umgestaltet, sondern auch gesäubert.
Der Herdecker Bach wird nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie nicht nur teilweise umgestaltet, sondern auch gesäubert.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mitarbeiter der Technischen Betriebe Herdecke haben jede Menge Müll aus dem Herdecker Bach gefischt. Die Säuberung ist Teil der Aktivitäten nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Herdecke..  500 Kilogramm Müll und Schutt haben die Technischen Betriebe Herdecke aus dem Herdecker Bach gefischt. Schrott, Flaschen, jede Menge anderer Unrat und, das ist den Augen von Stadtsprecher Dennis Osberg besonders besorgniserregend, „sehr viel Grünabfälle, die in dem Gewässer nichts zu suchen haben.“

Dass der Bach in den Blick geraten ist, liegt an der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die WRRL fordert das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes als Regelzustand für alle Gewässer. Quasi von oben nach unten wird durch den Gesetzgeber die Einhaltung des Europa-Rechts nun durchgesetzt. Aufsichtsbehörde ist in diesem Fall die Bezirksregierung Arnsberg, die einen so genannten „Umsetzungsfahrplan Herdecker Bach“, erstellt hat. Mit unterschiedlichen Maßnahmen soll der Bach nachhaltig in einen guten Zustand gebracht werden. „Ein guter Zustand ist im biologischen, chemischen und ökologischen Sinne von Bedeutung und wird anhand verschiedener Parameter definiert“, erklärt Stadtsprecher Dennis Osberg. Das seien im chemischen Bereich zum Beispiel der Sauerstoffgehalt des Wassers. Die Parameter würden auch so genannte Referenzgewässer liefern, die in ihrem Idealzustand beschrieben werden. „Da gibt es den Gebirgsbach oder den Sandbach“, so Osberg. „Für den Herdecker Bach gilt als Vorbild der kleine Tal-Auenbach.“

EU-Richtlinie wird umgesetzt

Bereits im Dezember 2002 hat die Stadt die Aufstellung eines Konzeptes zur naturnahen Entwicklung der Fließgewässer (KNEF) gemeinsam mit einem Ingenieurbüro in Angriff genommen. Das KNEF zeigt die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur auf. „Damit leistet die Stadt Herdecke einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“, betont Osberg.

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem die Beseitigung von Müll. Vor allem die Grünabfälle haben einen großen Einfluss auf die Ökologie des Baches. „Das natürliche Gleichgewicht wird dadurch stark beeinflusst“, sagt Osberg. Durch Überdüngung werde die Verbreitung standortfremder und Nährstoff liebender Pflanzen gefördert. „Das bedeutet, dass heimische Arten verdrängt werden können.“

Und noch einen Aspekt nennt der Stadtsprecher mit Blick auf die Unwetter, die auch in diesem Sommer immer wieder mit Starkregen drohen. „Je mehr Müll in einem Bach liegt, umso eher staut sich das Wasser an Punkten auf, an denen es dann zu Überschwemmungen kommen kann.“ Die Folgen solcher Aufstauungen und möglicher Überschwemmungen könnten verheerend sein und große Schäden verursachen.

Die Entsorgung von Abfällen in Natur und Landschaft – „und dazu gehört auch der Grünschnitt“ – sei grundsätzlich nicht gestattet. Für eine fachgerechte Entsorgung von Grünabfällen stünden den Bürgern in Herdecke aber viele Möglichkeiten zur Verfügung: Neben einer Eigenkompostierung kann in Herdecke die Bereitstellung einer Biotonne in verschiedenen Größen beantragt werden. Grünabfälle können zudem gegen eine Gebühr von nur 5 Euro an der Annahmestelle der Technischen Betriebe abgegeben werden. Bei der jährlichen Herbstlaubaktion der Technischen Betriebe kann Herbstlaub sogar kostenlos entsorgt werden.

Ansprechpartner im Rathaus

Mehr Informationen zum Thema Abfall enthält die Abfall-Info, eine Broschüre, die jedes Jahr von der Stadtverwaltung an alle Herdecker Haushalte verteilt wird und zudem auf der städtischen Homepage als Download zur Verfügung steht.

Für Fragen zur Abfallentsorgung steht Simone Fredebeul im Technischen Rathaus unter 02330-611 413 gerne zur Verfügung, Ulrike Murnik ist unter 02330-611 466 die Ansprechpartnerin beim Thema Umwelt und Freianlagen. Bei Fragen zur An- und Ummeldung von Abfallbehältern erreichen Interessierte Annika Schmidt, Carina Kottmann und Carina Richardt im Rathaus unter 02330-611 249, 611 372 und 611 266.