MS heißt für Ingrid Rischel aus Wetter: „Mach’s selbst!“

Ingrid Rischel möchte eine MS-Selbsthilfegruppe gründen.
Ingrid Rischel möchte eine MS-Selbsthilfegruppe gründen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ingrid Rischel möchte für Wetter und Herdecke eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Multipler Sklerose gründen.

Wetter..  Vor Jahren hat Ingrid Rischel schon einmal eine MS-Selbsthilfegruppe in Wetter betreut. „Einige Mitglieder sind schon verstorben, andere bettlägerig“, weiß sie und will jetzt doch noch einmal einen Versuch unternehmen. In den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde wird am 2. Juli gestartet. Die Räume sind barrierefrei zu erreichen. Das ist nicht unwichtig für MS-Patienten. Ingrid Rischel ist selbst mit Rolli und Bus von Vorhalle in die alte Heimat gekommen.

„Mein Herz ist noch immer in Wetter“, sagt sie und freut sich an der umgestalteten Kaiserstraße und den neuen Einkaufsmöglichkeiten. Kein Bordstein bremst sie mehr, wenn sie von einer Straßenseite zur anderen rollen will. Und wäre es nicht so: Ingrid Rischel hat gelernt, mit Widerständen klar zu kommen. „Man muss sich mit einem Feind anfreunden, dann wird er zum Freund“, sagt sie und meint damit den Feind in ihrem Körper, die Multiple Sklerose, diese nicht heilbare, aber beeinflussbare Krankheit.

Folglich soll die Selbsthilfegruppe, die sie gerne ins Leben rufen möchte, „keine Jammergruppe“ sein. „MS“, so sagt sie, „steht bei mir für ,Mach’s selbst’“. Auf die Ernährung achten, in Bewegung bleiben, Entspannung finden, das macht den Spielraum trotz der Krankheit größer. „Jeder ist anders“, weiß sie, „das muss man selbst heraus kriegen“. Aber genau dafür ist eine Selbsthilfegruppe wichtig.

Der Zeitpunkt scheint gut gewählt. Auch in der großen Nachbarstadt Witten gebe es derzeit keine MS-Selbsthilfegruppe, hat Ingrid Rischel erkundet.

Raum für Erfahrungsaustausch

Aus Witten auch kommt Anke Steuer von der Selbsthilfe-Kontaktstelle für Witten, Wetter, Herdecke zum ersten Gruppentreff. „Erfahrungsaustausch im Umgang mit der Krankheit“ soll die Begegnung in den Räumen der Evangelischen Gemeinde möglich machen. Und Hilfe zur Selbsthilfe. Mit Mut machen fängt das an.