Mobile Wache - eine Mogelpackung

Mobile Wache.  . Wie auch andere Städte in der Region hat Herdecke mit einer zunehmenden Kriminalität unter anderem in Form von Wohnungsaufbrüchen zu kämpfen. Diese finden auch über Tage statt. Eine wirksame Präventionsarbeit der Polizei ist allerdings nicht erkennbar. Ein Schutz der Bürger vor der zunehmenden Kriminalität erfolgt ebenfalls nicht.
Daran sind jedoch nicht die engagierten Polizisten vor Ort schuld. Zu vertreten ist die Situation allein von der Kreispolizeibehörde und vom Land NRW. Und in einer solchen Situation stellt sich der Landrat Armin Brux hin, um die neueste „Errungenschaft“ der Polizei, eine mobile Wache, vorzustellen und zu loben.


Nach Auffassung von Herrn Brux verfolgt diese neben dem Kontakt zum Bürger folgenden Zweck (Zitat): „Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöhen (…)“. Mit anderen Worten: Es soll gar nicht die konkrete Sicherheit der Bürger erhöht werden, sondern es soll beim Bürger nur ein Einlull-Gefühl entstehen, alles sei ok.


Zum Thema Sicherheitsgefühl, Herr Brux: Mein individuelles Sicherheitsgefühl wäre höher, wenn ich ab und zu einen Bezirksbeamten durch unser Wohngebiet gehen sehen würde. Oder wenn ich dort wenigstens mal einen Streifenwagen sehen würde. Dann hätte ich das Gefühl, die Polizei kümmert sich und sieht nach dem Rechten. Das hätte übrigens auf potentielle Täter durchaus einen Abschreckungseffekt und wäre eine vertrauensbildende Maßnahme für die Bürger.


Das verschleuderte Geld für den zusätzlichen Polizeibus der „mobilen Wache“ würde besser eingesetzt, um davon eine zusätzliche Stelle für Fahnder zu finanzieren.


Tatsächlich werden die in der mobilen Wache tätigen Polizisten bei der echten Verbrechensbekämpfung abgezogen, um auf den Wochenmärkten eine Showveranstaltung und Smalltalk zu machen. Das lässt mein Sicherheitsempfinden eher sinken: Mobile Wache auf dem Wochenmarkt = freie Bahn für Einbrecher.
Ich wohne seit 35 Jahren in Herdecke. Einem Polizisten bin ich in meinem Wohngebiet in der Zeit nur einmal begegnet: Er hat mir eine Broschüre mit Tipps zur Sicherung von Häusern gegen Einbruch gebracht – einige Tage, nachdem bei unserem unmittelbaren Nachbarn eingebrochen worden war. Dabei ist unser Bezirksbeamter ausgesprochen nett. Und ein Gespräch im Wohnumfeld mit ihm - war mehr als eine vertrauensbildende Maßnahme.


Aber die Bezirksbeamten haben ja künftig aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben in der mobilen Wache für die Anliegen des Bürgers keine Zeit mehr.
Hans-Erich Börner
Herdecke