Mittelmeer-Gebete

Die Sonne scheint, der Frühling macht gute Laune, das Eis zum Nachtisch am Dienstagmittag schmeckt vorzüglich. Dann geht gestern eine Mail vom Evangelischen Kirchenkreis ein, die einen aus dem Wohlgefühl reißt.

Angesichts der tödlichen Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer vor Nordafrika wendet sich Pfarrerin Heike Rienermann als stellvertretende Superintendentin schriftlich an die Christen in den heimischen Gemeinden: „Ich möchte Sie bitten, in Gottesdiensten, Andachten und Gebeten die Situation der Flüchtlinge aufzugreifen und der namenlosen Toten, von deren Schicksal viele Angehörige vermutlich nie sicher erfahren werden, zu gedenken. Auch Klage über eigene Schuld und eigene Ohnmacht darf dabei Raum finden.“

Wut, Trauer, Entsetzen: Diese Gefühle bewegen laut Rienermann nicht erst seit Sonntag viele Menschen auch in den 17 Gemeinden ihres Kirchenkreises (u.a. in Wengern) mit Blick auf die Flüchtlings-Katastrophe. Sie ahnt: „Viel ist es nicht, was wir hier in unserem Kirchenkreis Konkretes tun können.“ Aber doch ein bisschen.