Mit roher Gewalt ins „Modern Greek“ in Wetter

Durch den Schacht für die Bierfässer sind die Unbekannten ins Modern Greek eingedrungen: Marion Kuhl und Kostas Stavropoulos sind entsetzt.
Durch den Schacht für die Bierfässer sind die Unbekannten ins Modern Greek eingedrungen: Marion Kuhl und Kostas Stavropoulos sind entsetzt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Einbrecher haben einen Schaden von mehreren Tausend Euro in der Gaststätte im alten Bahnhof in Wetter angerichtet. Geld und teure Fernseher wurden gestohlen.

Wetter..  Bis ins Kleinste wissen Marion Kuhl und Kostas Stavropoulos noch nicht einmal, was alles aus dem „Modern Greek“ verschwunden ist. Aber auch so ist schon klar, dass der Schaden in die Tausende geht, den Einbrecher zwischen Pfingstmontag und dem frühen Dienstag in der Gaststätte im alten Bahnhof angerichtet haben.

Am Feiertag war noch bis 21.30 Uhr geöffnet gewesen. Kurz nach acht Uhr gestern morgen war Marion Kuhl schon wieder im Gastraum und merkte gleich, dass irgendetwas nicht war wie sonst. Und dann sah sie die Bescherung, Stück für Stück: Alle drei Flachbildfernseher – weg. Die beiden Kaffeemühlen im Thekenbereich – verschwunden. Eine ganze Reihe Cup-Cakes – gegessen. „Auf elektrische Geräte hatten es die Einbrecher abgesehen, und auf Süßes“, fasst Marion Kuhl zusammen.

Hunger auf kleine Küchlein

Aufschlussreich sind dabei die Details. Die Fernseher waren nicht einfach von der Wand gerissen, sondern samt Kabeln vorsichtig abmontiert worden. Nicht nur das spricht für eine überlegte Tat. Um an die Verkabelung der zwei elektrischen Kaffeemühlen zu gelangen, mussten zahlreiche Tassen aus dem Weg geräumt werden. Auf Decken gelegt fanden sie sich wieder. Weil das weniger Lärm macht als alles schnell heraus zu reißen.

Und auch die Sache mit den kleinen Küchlein könnte eine besondere Bewandtnis haben. „Heißen Hunger auf Süßigkeiten findet man schon mal bei Menschen, die drogenabhängig sind“, sagt Kostas Stavropoulos. Ein paar besondere Spirituosen sind auch noch verschwunden, ebenso ein Laptop und Geld. Alles ist auf dem Weg aus der Gaststätte verschwunden, durch den die Unbekannten auch Zugang gefunden hatten: Den Schacht für Bierfässer an der Hausseite zum Park haus hin.

Eine gesicherte Eisenplatte verschließt normalerweise den Schacht, in dem ein Lift schwere Lasten in den Keller befördert oder nach oben bringt. Auf den Pflastersteinen drumherum ist zu sehen, wo Werkzeuge zum Aufhebeln angesetzt worden sind. Viel Kraft war hier im Spiel, sonst wäre die geriffelte Platte jetzt nicht leicht aufgebogen. Auch in der gemauerten Krone lässt sich erkennen, wo die Einbruchswerkzeuge gewirkt haben.

Zum zweiten Mal Opfer

Ein Schild am Eingang erklärte die Schließung des „Modern Greek“ am Dienstagvormittag. „Mittagsgeschäft war heute nicht“, stellt Marion Kuhl fest. Am Nachmittag aber musste wieder geöffnet sein. Es gab Reservierungen. Kaffee für die Gäste gab’s auch ohne Mühlen. Ausnahmsweise wurde fertig gemahlener Kaffee in die Maschinen gefüllt. Bis Ersatz da ist oder ein Teil der Beute gefunden ist, am besten gleich mit den Tätern.

Vor nicht einmal drei Monaten sind Marion Kuhl und Kostas Stavropoulos mit ihrem Restaurant von der Theodor-Heuss-Straße in den alten Bahnhof umgezogen. Erst wurden sie Opfer blinder Zerstörungswut auf dem Platz vor dem Restaurant. Jetzt müssen sie sich drinnen ans Aufräumen machen.