Minister tourt durch Ender Klinik

Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister, im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke-Ende hier: v.l. Prof. Dr. Peter Heusser, Norbert Böckenhoff (kaufm. Geschäftsführer), Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Peter Meister (Mitbegründer des Dialogforums "Pluralismus in der Medizin"), Dr. Stefan Schmidt-Troschke (medizinischer Geschäftsführer und Prof Dr. Martin Butzlaff (Präsident der Uni Witten Herdecke).
Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister, im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke-Ende hier: v.l. Prof. Dr. Peter Heusser, Norbert Böckenhoff (kaufm. Geschäftsführer), Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Peter Meister (Mitbegründer des Dialogforums "Pluralismus in der Medizin"), Dr. Stefan Schmidt-Troschke (medizinischer Geschäftsführer und Prof Dr. Martin Butzlaff (Präsident der Uni Witten Herdecke).
Foto: WAZ FotoPool

Herdecke.. Zwei „sehr intensive und sehr interessante“ Stunden verbrachte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr Montagnachmittag im Ender Gemeinschaftskrankenhaus. Seine Bilanz: „Da passt viel zu dem, was ich mir als Gesundheitsminister unter moderner Medizin und modernem Krankenhaus vorstelle.“

Beeindruckt habe ihn das besondere Konzept, Nachwuchsmediziner früh in die Praxis zu holen. Er kritisierte das Auswahlverfahren für das Medizinstudium als Fehlentscheidung: „Nichts gegen ein gutes Abi, aber eine 1,0 darf nicht einziges Kriterium sein.“ Die Folge seien hohe Abbrecherquoten, weil - anders als an der Uni Witten/Herdecke - jeder Praxisbezug fehle. Dort bleiben 90 Prozent der Studenten bei ihrem eingeschlagenen Weg. Lob fand Bahr für das verpflichtende „Studium fundamentale“, das neben Fachwissen auch die Persönlichkeitsbildung in den Fokus rückt.

Im Austausch mit den Gastgebern aus Klinik und Universität hatte Bahr zudem Themen wie Krankenhausfinanzierung, Arbeitsverdichtung und die Kooperation zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten angesprochen. „Der Integrationsgedanke des Herdecker Krankenhauses findet sich in der medizinischen Ausbildung und Versorgung wieder“, lobte Bahr. Scharfe Kritik übte er daran, dass Kliniken immer mehr Leistungen aus der Fallpauschale refinanzieren müssten, obwohl dies eigentlich Ländersache sei. „Das geht nicht; da müssen auch die Länder ran“, so der FDP-Politiker.

Für medizinische Vielfalt

Auf die Frage, was er persönlich von der anthroposophischen Medizin halte, antwortete Bahr: „Ich bin ein Anhänger der Anthroposophie, aber es hängt davon ab, worum es geht. Bei Magen-Darm-Problemen oder Erkältungen ist Naturmedizin angebracht, ebenso wie Akupunktur bei Schmerzen.“ Alles in allem aber liege ihm die medizinische Vielfalt am Herzen.

Die Uni Witten/Herdecke war dem Bundesgesundheitsminister übrigens keineswegs fremd: „Es war mein Traum, hier in Herdecke zu studieren. Allerdings Wirtschaftswissenschaften und nicht Medizin.“ Und dann witzelte er noch: „Aber vielleicht hätte ich das Auswahlverfahren gar nicht bestanden.“