Mehr Aufmerksamkeit nach Unfall

Wetter..  Ein konkretes Beispiel hilft immer. Auch bei der so genannten Busschule für Kinder. Daher bekamen die beiden Polizisten Sonja Nestmann und Jörg Reifenschneider aus Wetter gestern die komplette Aufmerksamkeit, als sie den Fünftklässlern am Geschwister-Scholl-Gymnasium das richtige Einsteigen erklärten und auf den Unfall vor etwas mehr als einem Monat hinweisen konnten. Am 19. Februar war ein Bus nach Schulschluss einer Zwölfjährigen über den Fuß gefahren, sie kam verletzt ins Krankenhaus.

„Wir brauchen Eure Hilfe, um für Sicherheit im Verkehr zu sorgen“, sagt Sonja Nestmann zum Nachwuchs, während ihr Kollege Reifenschneider anmahnt, sich bis zum Eintreffen des Busses doch am Wartehäuschen aufzuhalten und nicht am Straßenrand. All das erklären sie bei Gelegenheit auch in Kindergärten und an anderen Schulen.

Rucksack oder Tornister vorne tragen

Nacheinander kommen die vier Eingangsklassen des Gymnasiums zu dem Einsatzbus der Bereitschaftspolizei Bochum, der an der Haltestelle oberhalb der Schule zu Übungszwecken steht.

Die beiden Beamten von der Verkehrsunfallprävention geben jede Menge Hinweise, wie die Schüler sich vor dem Einstieg richtig verhalten. „Jetzt wissen wir, dass wir nicht so nah am Fahrbahnrand stehen sollen und beim Einstieg den Rucksack oder Tornister vorne statt auf dem Rücken tragen sollen, damit wir das im Gedrängel besser kontrollieren können“, bilanzieren die Schüler am Ende..

Ziel ist es natürlich, die Hektik und das vorübergehende Chaos nach Schulschluss zu reduzieren. Daher lassen Nestmann und Reifenschneider die Fünftklässler zunächst wild und ohne Vorgaben einsteigen, was 50 Sekunden dauert. Im zweiten Schritt sollten sie es ruhig angehen lassen und der Reihe nach einsteigen, was nur fünf Sekunden länger dauert. Zudem erhalten die Kinder Hinweise, wie es um die Sicht des Fahrers bestellt ist und wie gefährlich es für vorbeifahrende Autos sein kann, wenn Kinder unbedacht vor oder hinter dem Bus hervortreten. „Wer auf einen Bus wartet oder eine Straße überquert, sollte das aufmerksam tun und auch mal das Handy ignorieren“, sagen die Polizisten.

Puppe auf dem Schleudersitz

Auch im Businneren lässt sich einiges erklären, etwa durch eine Puppe namens Tommy. Auf dem so genannten Schleudersitz in der Mitte der letzten Reihe sitzt der Dummy, der schon nach einer leichten Bremsung einige Meter durch den Gang geschleudert wird.