Mauer stoppt Autofahrer auf der Wittbräucker Straße

Die Feuerwehr rückte an jenem 4. Oktober zu dem Verkehrsunfall auf der Wittbräucker Straße aus.
Die Feuerwehr rückte an jenem 4. Oktober zu dem Verkehrsunfall auf der Wittbräucker Straße aus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Ennepetaler (59) kam im Oktober von der Wittbräucker Straße ab. Das Amtsgericht muss klären, ob Alkohol den Unfall verursachte.

Herdecke..  Auf der Wittbräucker Straße verursachte ein 59-jähriger Ennepetaler im Herbst einen Unfall, bei dem Alkohol eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben soll. Jetzt begann sein Prozess vor dem Amtsgericht Wetter. Dort sprach er von technischen Mängeln an seinem Wagen.

Am Nachmittag des 4. Oktober kam der 59-Jährige plötzlich mit seinem Fiat von der Fahrbahn ab, stieß gegen ein Schild und krachte dann gegen die Schallschutzmauer eines Grundstücks, an der ein Schaden von nahezu 10 000 Euro entstand. Später attestierte ihm ein Test immer noch rund 0,7 Promille. Schnell kam der Verdacht auf, dass ein Zusammenhang zwischen der Alkoholisierung und dem Unfall bestand. Zeugen nahmen bei ihm jedenfalls eine Alkoholfahne wahr.

Wagen blieb auf Dach liegen

Der Angeklagte, der bei einem Kollegen über den Tag verteilt drei Flaschen Bier getrunken haben will, suchte die Ursache jetzt vor Gericht an anderer Stelle. Auf der Fahrt habe er einen Knall gehört und einen leichten Schlag wahrgenommen. Dann sei seine Windschutzscheibe plötzlich voller Öl gewesen, und er habe nicht mehr bremsen können. Quasi im Blindflug sei er nach rechts gefahren, gegen das Schild und dann gegen die Mauer geprallt. Er habe sich überschlagen und sei schließlich auf dem Dach liegengeblieben.

Widerspruch vom Experten

Der Kfz-Sachverständige widersprach dieser Version in seinem Gutachten. Die Beschädigungen am Fahrzeug des Angeklagten seien erst nach dem Unfall vorhanden gewesen. Auf der Windschutzscheibe habe sich kein Ölfilm befunden. Und selbst wenn die Antriebswelle vorher abgerissen wäre, wäre das Öl nach unten und nicht nach oben gelaufen. Zudem hätte sich das Auto auch noch bremsen lassen. Das Fazit des Experten: „Ich weiß nicht, warum er das Lenkrad verrissen hat. Es gab jedenfalls keine technischen Gründe dafür.“ Und doch bezweifelte der Anwalt des Angeklagten weiterhin einen kausalen Zusammenhang zwischen der Alkoholisierung und dem Unfallgeschehen.

Das Verfahren wird Ende Februar mit der Befragung der Polizisten und des Arztes, der dem 59-Jährigen Blut abnahm, fortgesetzt. Sie sollen Aufschluss über seinen Zustand an dem Oktobertag geben.