„Man hilft eben, wo man kann“

Zwölf junge Menschen, zwölf Lebenswege vor einer großen Richtungsänderung. Bisher haben sie sich vorbildlich verhalten, ist aus jedem der kurzen Portraits zu hören, das die Lehrer und Lehrerinnen mit Worten von ihnen malen:
Philipp Loch hat früh seine Berufung gefunden – die Ausbildung zum Gärtner. Er hat ein Händchen für die Pflanzen und ist zu seinen Mitmenschen immer hilfsbereit. „Für ihn ist es einfach normal, einem Rollifahrer zum Beispiel einen Teller aus dem Schrank zu holen. Man hilft eben, wo man kann.“
Baris Akyüz ist einfach da, wenn er gebraucht wird. „Klar, regt er sich auch über andere auf. Manchmal gehen ihm sogar Freunde, Mitschüler und auch Lehrer so richtig auf die Nerven. Dann versucht Baris aber erst einmal, Abstand zu gewinnen. Gewalt ist für ihn keine Lösung.“
Jan Wittmaack konnte mit zehn Jahren nicht einmal einfache Additionsauf­gaben rechnen wie 8 plus 4. Jetzt wird er eine Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen beginnen. Zielstrebigkeit, Disziplin und viel Mühe haben ihn dahin gebracht.
Marian Parsiegla wird ausgezeichnet, weil er sich in ganz besonderer Weise um seinen Zimmernachbarn und Freund kümmert.
Kai Sheng-Thang hatte vorher nichts mit Behinderten zu tun. Nachdem ihm 2011 ein Tumor entfernt worden ist, konnte er eine berufliche Reha machen. Jetzt hat er ein besonderes Gespür für die behinderten Mitazubis und ist ihr Ansprechpartner.


Nancy Müller nimmt ihre Behinderung mit Humor und ist zielstrebig, ohne andere zu vergessen.
Dennis Liersch ist „geradlinig und mutig und als Klassensprecher Freund und Vertrauer für seine Klassenkameraden“.
Katharina Bielefeld „verbreitet Optimismus und fördert das Gemeinschaftsgefühl der Klasse“, kann aber auch energisch kämpfen.
Pia Blothe hat sich „über die gesamte Schulzeit für Schwächere eingesetzt und sich um die Außenseiter gekümmert.“
Jan Herberg hat gerade seine Mathe-kenntnisse bereitwillig an andere Schüler weiter gegeben.
Katharina Hohmann hat mit ihrer aufrechten und ruhigen Art, sich durchzusetzen, viel Anerkennung im Kollegium und in der Klasse gefunden.
Michel Müllers hat mit seiner Neugierde und „gesunden Bodenhaftung“ überzeugt.