"Magnet" soll Kaufkraft in Stadt halten
20.06.2007 | 09:22 Uhr 2007-06-20T09:22:25+0200Wetter. Während die echten Frösche im Tümpel vor dem historischen Bahnhof lautstark quakten, fand sich ihr Foto plötzlich zwischen all den Plänen und Skizzen für ein neues Bahnhofsquartier. Darüber ließ sich lachen, auch wenn die Lage alles andere als zum
Die neue Ruhrbrücke, ein Einkaufszentrum auf der Brache am Bahnhof - "Das kommt ja doch nicht mehr". Immer wieder und wieder hat Manfred Sell das nun schon gehört. Seit elf Jahren ist das neue Bahnhofsquartier in der Mache. "Für solche Maßnahmen nicht ungewöhnlich lang", findet der Fachbereichsleiter Bauen bei der Stadt. Dennoch ist es auch für die Verwaltung "recht schmerzhaft", wenn Sell einmal mehr zugeben muss: "Bislang sind wir leider ohne Erfolg". Was aus seiner Sicht nicht heißt, dass es keine Fortschritte gegeben hat. Aber der entscheidende, der alles ändernde Schritt, der blieb bislang aus: Der Investor hat immer noch nicht unterzeichnet.
Aber neue Planungen für das Objekt hat die ITG vorgelegt und einen neuen Zeitplan. Sind die letzten Grundstücke gekauft, könnte im Frühjahr 2008 mit dem Bau begonnen werden. Anderthalb Jahre später wäre dann Eröffnung. All das war vor Wochen schon in der Zeitung zu lesen, und obwohl die Stadt auch gar keine echten Neuigkeiten angekündigt hat, ist der Veranstaltungssaal der Sparkasse voll. Rund 150 Gäste sind der Einladung der Verwaltung zu einer Informationsveranstaltung gefolgt. Die Skepsis ist groß. Die Neugierde offensichtlich auch. Viel hängt für Wetter ab von dem, was Sell als Wunschszenario bis zum Jahr 2010 beschreibt.
Kommt das Einkaufszentrum, bleibt mehr Kaufkraft in der Stadt. Kommt die Ruhrbrücke, kann die Kaiserstraße zurückgebaut werden. Schon eine einfache Voraussetzung von Manfred Sell sorgt für Gelächter: "Wenn die neue Ruhrbrücke steht..." Bislang kann die Verwaltung nur das Gerücht bestätigen, dass der nötige Grundstückskauf auf Gederner Seite immer noch nicht unter Dach und Fach ist. Dafür geht die Planungsarbeit beim zuständigen Baulastträger nach einem Jahr Stillstand endlich weiter. Ungewiss ist für Sell höchstens die Zeit. "Die Maßnahme an sich", sagt er, "steht außer Frage".
"Ich trauere um die drei vom Abriss bedrohten Häuser an der Kaiserstraße", bekundet der Heimatvereinsvorsitzende Klaus Becker. Kann man das Objekt nicht doch kleiner lassen? Nein, sagt Birgit Gräfen von der Stadtentwicklung: "Es gibt Vorgaben vom Einzelhandel, sonst bekommt man kein Einkaufszentrum." Und: "Die Stärkung der Innenstadt muss vorgehen." Man muss eben wissen, was man will. Soll endlich mehr Kaufkraft in der Stadt gebunden werden, muss ein "Magnet" her, so Sell. Und die vorhandenen Geschäfte, können die mithalten, wird er gefragt? Die müssten sich "auf Ergänzung einrichten", gibt er zur Antwort.
Ein Fragesteller vermisst einen Vertreter des Investors. "Warum sitzt da keiner?", will er mit Blick aufs Podium wissen. Dieser Abend sei nur eine Art Auftaktveranstaltung, so die Stadt. Schon im Herbst solle es einen weiteren Infoabend geben. Dann würden die Themen vielleicht nicht mehr so in die Breite gehen, dafür soll ein Vertreter des Investors ITG am Tisch sitzen.
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